17.11.2025

Digital Ad Trust Report

Leichter Anstieg der Ad-Fraud-Rate

Die Initiative Digital Ad Trust Switzerland veröffentlicht ihren aktuellen Bericht für das dritte Quartal 2025 mit den neuesten Kennzahlen zu Sichtbarkeit, Ad Fraud und Brand Safety.

Die aktuellen Daten zeigen ein stabiles Bild bei der Sichtbarkeit, insbesondere mit positiven Entwicklungen im Mobile-Video-Bereich, schreibt Digital Ad Trust Switzerland. Gleichzeitig ist ein leichter Anstieg der Ad-Fraud-Rate zu verzeichnen, während die Brand Safety unverändert auf minimalem Niveau verbleibt.

Stabile Display Visibility mit positiven Mobile-Impulsen

Die Gesamt-Visibility für Displaywerbung liegt im dritten Quartal bei 75.2% und konnte damit im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0.5 Prozentpunkte zulegen. Die Desktop-Formate zeigten sich insgesamt stabil mit einer Sichtbarkeitsrate von 81.3% (-1.1 Prozentpunkte), wobei das Format 300x600 mit 88.3% ein sehr gutes Ergebnis erzielte. Rückläufig entwickelten sich die Formate 300x250 (-1.7 Prozentpunkte) und 994x250 (-1.4 Prozentpunkte).

Im Mobile-Bereich setzte sich die positive Tendenz fort: Die Gesamt-Visibility stieg hier um 1.4 Prozentpunkte auf 71.2%. Besonders erwähnenswert ist das Format 320x416/480, das mit einem Anstieg um 3.7 Prozentpunkte auf 74.8% einen neuen Höchstwert erreichte.

Ad Fraud leicht gestiegen – Desktop stabil, Mobile mit Zuwachs
Die Ad-Fraud-Rate (SIVT, Sophisticated Invalid Traffic) lag im dritten Quartal bei 0.61%, was einem Anstieg von 0.17 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal entspricht. Auf Desktop sank die Rate leicht auf 0.79% (-0.04 Prozentpunkte), wobei sich insbesondere das Format 994x250 deutlich verbesserte.

Auf Mobile hingegen stieg die durchschnittliche Ad-Fraud-Rate auf 0.51% (+0.30 Prozentpunkte). Haupttreiber waren hier die Formate 300x250 (+0.47 Prozentpunkte) und 320x416/480 (+0.10 Prozentpunkte), die beide eine zunehmende Belastung durch SIVT zeigten.

Brand Safety weiterhin auf Bestwert-Niveau

Die Blockierungsrate im Bereich Brand Safety liegt unverändert bei 0.01% und unterstreicht damit erneut die hohe Qualität und Sicherheit der digitalen Werbeumfelder in der Schweiz. Auch im dritten Quartal bleibt der Schweizer Digitalmarkt damit führend in puncto Transparenz und Werbeumfeld-Sicherheit.

Video Visibility: Mobile-Instream treibt den Markt

Bei der Video-Visibility zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Gesamt-Visibility für Videoanzeigen lag im dritten Quartal bei 76.1% und verzeichnete damit einen Rückgang von 1.4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorquartal. Während Desktop-Outstream-Formate mit 73.5% (-2.1 Prozentpunkte) und Mobile-Outstream-Formate mit 68.8% (-0.7 Prozentpunkte) leichte Verluste hinnehmen mussten, entwickelte sich der Bereich Mobile-Instream positiv.

Mit einer Steigerung von 2.3 Prozentpunkten auf 80.1% zeigt sich hier ein stabil wachsender Trend, der die zunehmende Bedeutung mobiler Videoformate im Schweizer Markt unterstreicht.

Roland Ehrler, Präsident von Digital Ad Trust Switzerland, kommentiert die Resultate: «Die Zahlen aus dem dritten Quartal 2025 zeigen ein robustes Bild für die digitale Werbung in der Schweiz. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Videoformate auf Mobilgeräten.» (pd/nil)


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KOMMENTARE

Michael Maurantonio
18.11.2025 12:12 Uhr
Spannende Zahlen, aber was steckt wirklich dahinter? Welche Fraud-Methoden wurden analysiert? Welche Sites wurden gemessen? Wurde nur on-site gemessen oder auch auf Kampagnenebene via in-ad Messung (JS, post-bid)? Handelte es sich um direct only Kampagnen oder auch über Exchanges? Es ist kein Geheimnis: Gute Publisher-Sites zeigen oft sehr niedrige Fraud-Raten, meist im Bereich von 5 bis 10 %. Grund: Non-Search-Bots durchforsten das Netz, um zu lernen: Klicken, Formulare ausfüllen oder Videos abspielen gibt es kaum. Misst man jedoch auf Kampagnenebene, verliert die Qualität der Site an Bedeutung. Viel wichtiger wird die Supply-Chain: Wer liefert das Inventar, über welche SSPs, Reseller oder Exchanges? Fraud ist nicht gleich Fraud, er ist kanal-agnostisch und hängt stark von der Art der Abrechnung ab: CPM, CPC, CPA, CPL oder Mix. Dass Schweizer Publisher nur wenige Brandsafety-Probleme aufweisen, ist auch plausibel. Doch wer bucht heute noch ausschliesslich CH-Sites? Wie hoch ist der Anteil von Display-Kampagnen, die wirklich direct oder private Deals sind? Unter diesem Blickwinkel liegt die effektive Fraud-Rate deutlich höher, im Schnitt bei 50%, wie wir unlängst zeigen konnten. Ein reines CH-Ökosystem, das nur Schweizer Sites umfasst, findet sich auf aktuellen Mediaplänen praktisch nicht. Auch nicht Kampagnen, die nur Display buchen (ex. Affiliate, Re-Targeting, Re-Marketing, Native, CTV etc.). Wer wirklich wissen will, wo seine Kampagnen wirklich ausgespielt werden und ob diese von echten Menschen wahrgenommen werden, vertraut auf echter Medienforensik.
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