11.03.2026

Politwerbung

Avdilis Kampagne war auch «Nichtwahlgrund»

Die Nachwahlbefragung des Forschungsinstituts Sotomo zeigt: Die Kampagne von Përparim Avdili polarisierte wie keine andere in der Zürcher Stadtratswahl.
Politwerbung: Avdilis Kampagne war auch «Nichtwahlgrund»
Përparim Avdilis Kampagne polarisierte: Für viele Zürcher Stimmberechtigte war sie Wahlgrund – und Nichtwahlgrund zugleich. (Bild: Keystone/Andreas Becker)

Laut der Nachwahlbefragung des Tages-Anzeigers wurde die Kampagne von Përparim Avdili «deutlich häufiger als Wahlgrund (27 Prozent) genannt als bei anderen Kandidierenden, und noch häufiger als Nichtwahlgrund (33 Prozent)».

Werber David Schärer, der hinter der Kampagne stand, zog gegenüber persoenlich.com ein ernüchtertes Fazit: «Eine Kampagne bemisst sich an ihrem Erfolg – und diese Kampagne scheiterte, man muss es so sagen.» Gleichzeitig betonte er, dass ein konventionellerer Auftritt nicht zwingend besser abgeschnitten hätte: «Dass Përparim Avdili am Ende nicht gewählt wurde, bedeutet deshalb umgekehrt nicht, dass ein Standardwahlkampf zum Erfolg geführt hätte.»

Schärer hatte die Kampagne gemeinsam mit David Wember vom DS Studio entwickelt. Das Konzept setzte bewusst auf Herausforderer-Logik: Avdili benannte Konkurrent Raphael Golta direkt auf seinen Plakaten – für Schweizer Verhältnisse ungewöhnlich.

Letztlich reichte es nicht. Avdili mobilisierte zwar die eigene FDP-Wählerschaft, konnte aber kaum Stimmen über das bürgerliche Lager hinaus gewinnen. 3815 Stimmen fehlten am Ende auf Rang 9 – Avdili schloss die Wahl auf Rang 10 ab.

Schärer beschreibt die letzten Kampagnentage als unangenehm: «Ich bekam in den letzten Tagen ein schales Gefühl, als Përparim Avdili mit so viel Dreck beworfen wurde. Wir haben schon viel gesehen, aber nicht in dieser Intensität.» (cbe)


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