Der Bund und die Lebensmittelbranche sind sich bei der Einschränkung von Junk-Food-Werbung bei Kindern noch nicht einig. Laut der NZZ am Sonntag findet am 26. Mai in Bern eine weitere Gesprächsrunde statt, um die Differenzen zu bereinigen.
Dabei geht es um eine freiwillige Selbstregulierung, die das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mit der Branche aushandelt. In einem Regulierungsentwurf skizziert der Bund seine Vorstellungen: Werbung für zu süsse, salzige oder fettige Produkte solle an Schulen sowie im Umkreis von hundert Metern verboten werden. Im Fernsehen dürfe künftig eine halbe Stunde vor und nach Kindersendungen keine Reklame mehr für ungesunde Produkte laufen. Ein Werbeverbot sei zudem online – etwa in Spiel-Apps –, in Kindermagazinen wie dem Spick sowie im Kino vor Filmen für unter Dreizehnjährige geplant.
Die Lebensmittelbranche ist grundsätzlich offen für eine Selbstregulierung, fordert aber Ausnahmen in den Wochen vor Weihnachten und Ostern. BLV-Vertreter Michael Beer bezeichnete dies laut NZZ am Sonntag als «Feigenblattansatz» und lehnte die Forderung klar ab.
Die neuen Werberegeln könnten 2027 in Kraft treten.
Bereits im Dezember 2025 hatte das BLV mit Vertretern der Lebensmittel- und Werbebranche über eine freiwillige Selbstregulierung diskutiert – darunter Nestlé, Migros, Coop und McDonald's (persoenlich.com berichtete). (pd/cbe)

