Bereits nach wenigen Minuten, die man auf Social Media scrollt, wähnt man sich in einer Fantasiewelt oder ist geneigt, Fake News Glauben zu schenken. Der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz verwischt die Grenzen zwischen realer und wahrgenommener Welt zusätzlich. Die Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser» des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM) geht nun mit einem TV-Spot in die zweite Runde. Dieser wird ab Montag ausgestrahlt.
Der von Jung von Matt entwickelte TV-Spot setzt auf humorvolle Überzeichnung: Nach explodierenden Akku-Ladetechniken und Bastelkleber-Gesichtsmasken in den Radiospots übernehmen nun reptiloide Politikerinnen und Politiker die Weltherrschaft. Jung von Matt knüpft damit an die bereits gestartete Print-, Online- und Digital-Out-of-Home-Kampagne an, die auf rationale Wortspiele setzte (persoenlich.com berichtete).
Die VSM-Initiative basiert auf zwei Studien zum Werbe- und Konsumentenmarkt von PwC und gfs-zürich. Diese zeigen: Werbung in journalistischen Medien wird gegenüber Social Media als glaubwürdiger, professioneller und sympathischer wahrgenommen. Zudem ist die Kaufbereitschaft höher.
Eine PwC-Studie bestätigte das Potenzial für eine gemeinsame Buchungsplattform. Die vier grossen Schweizer Verlage TX Group, Ringier, CH Media und NZZ launchten OneDSP. Mit der neuen Plattform können Werbetreibende mit wenigen Schritten Budget, Laufzeit und Leistungsindikatoren festlegen sowie Zielgruppen präzise definieren. Reporting und transparente Auswertungen sind inklusive kontinuierlicher Optimierung möglich.
Über OneDSP lassen sich bis zu vier Millionen Menschen in der Schweiz erreichen, davon 1,5 Millionen direkt adressierbar.
Werbefranken zahlt sich doppelt aus
Die VSM-Kampagne sensibilisiert dafür, dass Werbung in journalistischen Schweizer Medien doppelt wirkt: Unternehmen investieren ihre Werbefranken effizienter und bekennen sich zu einer starken und unabhängigen Medienlandschaft.
Wenn grössere Teile der Werbebudgets an internationale Tech-Giganten im Silicon Valley oder nach China fliessen, werden Schweizer Verlage und faktengeprüfte Informationsangebote geschwächt, warnt der VSM. Aktuell sensibilisieren neben dem neuen TV-Spot auch Inserate, Plakate und Radiospots für diese Botschaft. (pd/cbe)

