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04.06.2018

Arena/Reporter

Was hat Projer gegen Somm?

Die SRF-Sendung zum Thema «Wer rettet die Welt?» war sehr chaotisch. Und die Stimmung gereizt.
von René Hildbrand

Bildschirmfoto 2018-06-04 um 09.32.57

Markus Somm platzte in der neuen Ausgabe von «Arena/Reporter» der Kragen. Verständlich. Im ersten Teil der Sendung wurde der eingeladene Chef der «Basler Zeitung» von Moderator Jonas Projer immer wieder ungerechtfertigt abgeklemmt. Somm machte seinem Ärger so Luft: «Ich komme nicht mehr in diese Sendung, wenn ich nur drei Sätze sagen kann und Sie mich unterbrechen. Dann habe ich keine Lust mehr.» Und: «Sie müssen mich nicht erziehen!» Projer hielt sich danach besser im Zaum. Egal, ob man seine Meinung teilt oder nicht: Der Noch-BaZ-Chef ist in jeder Diskussionssendung eine Bereicherung. Das weiss selbstverständlich auch der findige Projer. Nur müsste man Somm reden lassen.

«Wer rettet die Welt?», lautete das Thema. Die Sendung begann harmlos mit einem Film über die erstaunliche Zürcher Umweltaktivistin Meret Schneider (Grüne), die gegen die Verschwendung kämpft und weggeworfene Lebensmittel einsammelt und verteilt. Die junge Weltretterin schlürft während ihrer Arbeit Energydrinks aus der Alu-Dose und benützt auf ihren Touren unter anderem auch Plastiksäckli.

Nach dem Film wurde im Studio unstrukturiert und teils wirr von einem Thema zum anderen und zurück gehoppelt: Trinkröhrli, Veganismus, Kunststoff, Flug- und Autoemissionen, Kohlekraftwerke, Geschenkverpackungen und so weiter. Wen wunderts, dass auch der Finanzplatz sein Fett abbekommen hat. SP-Nationalrat Fabian Molina: «Der Schweizer Finanzplatz stösst durch seine Geschäftstätigkeit mindestens zehnmal so viel CO2 aus wie wir als Schweizer Volkswirtschaft offline.»

Und dann war da noch Cécile Bühlmann, höchste Schweizer Greenpeace-Frau. Mit ihrer Rechthaberei stört die Luzernerin die Kommunikation immer noch so oft, wie sie es bis vor zwölf Jahren als grüne Nationaltärin getan hatte. Einen guten Auftritt mit vernünftigen Argumenten hatte Christina Surer, Ex-Rennfahrerin und Moderatorin.

Jeder vernünftige Mensch ist sich bewusst, dass wir alle mehr für die Umwelt tun müssen. Energie und Ressourcen für diese Sendung hätte sich SRF sparen können. Projer vermochte an dem (für mich verlorenen) sonntäglichen Sommerabend ohnehin nur wenigen Zuschauern ein schlechtes Gewissen zu machen. Wer sich nicht für Balkon oder Garten entschieden hatte, genoss am ehesten das Testspiel Spanien-Schweiz (1:1) auf SRF 2.


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