Sandro Brotz verlässt SRF und beginnt im Februar 2027 bei Blick. Dort baut er einen Video-Podcast auf. Mehrmals pro Woche soll er Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einordnen. In der Ringier-Mitteilung sagt Brotz, er freue sich darauf, «Teil dieser Strategie zu werden».
Eine Videostrategie gab es auch 2019. Brotz' Vorgänger ging den gleichen Weg. Jonas Projer verliess die «Arena» und wechselte zu Ringier. Brotz übernahm die Sendung von ihm. Projer sollte Blick TV aufbauen, einen Onlinesender mit Tagesprogramm. Nach knapp zwei Jahren folgte er dem Ruf an die Spitze der NZZ am Sonntag. 2023 stellte Ringier die täglichen Newssendungen ein. Blick hat in wenigen Jahren ein Web-TV aufgebaut und wieder heruntergefahren.
Auch Steffi Buchli fand von SRF zu Ringier. 13 Jahre stand sie bei SRF unter Vertrag. Als Sportmoderatorin wurde sie in der ganzen Deutschschweiz bekannt. Nach einem Zwischenhalt bei MySports kam sie 2021 zu Blick. Sie leitete zuerst den Sport und wurde 2023 Chief Content Officer. Als Blattmacherin hinterliess sie wenig Spuren. Doch das erklärt nicht alles. Ringier schuf ihre Stelle bei einer Reorganisation. Zwei Jahre später verteilte Ringier ihre Aufgaben bei der nächsten Reorganisation neu.
Brotz bringt gute Voraussetzungen mit. Er kennt das Haus. Früher arbeitete er beim SonntagsBlick. Blick-Chefredaktor Rolf Cavalli freut sich, «wieder» mit ihm zusammenzuarbeiten. Auch das Projekt ist kleiner als bei Projer: ein Podcast, kein Sender.
Nur hilft das wenig, wenn sich die Strategie ändert. Cavalli nennt den Podcast einen «weiteren Schwerpunkt» der Videostrategie. Blick TV war auch einmal ein Schwerpunkt. Ob Brotz länger bleibt als Projer und Buchli, hängt deshalb weniger von ihm ab als von Ringier. Wer dort etwas aufbaut, tut das auf einem Grund, der sich bewegt.
Nick Lüthi ist Redaktor bei persoenlich.com
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30.09.2026 08:32 Uhr



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Ringier: Bleibt Brotz länger als Projer und Buchli?