25.08.2026

IGEM-Digimonitor

KI-Nutzung in der Schweiz verdoppelt

Der jährliche Mediennutzungsreport von IGEM und WEMF zeigt zudem: Die Bereitschaft, für digitale Nachrichtenangebote zu bezahlen, nimmt in allen Bevölkerungsgruppen ab. Für die am Dienstag veröffentlichte Studie hat das Institut Intervista im Frühling knapp zweitausend Personen befragt.
IGEM-Digimonitor: KI-Nutzung in der Schweiz verdoppelt
ChatGPT bleibt mit 4,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzern die mit Abstand meistgenutzte KI-Plattform der Schweiz. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Der Anteil der Bevölkerung, der KI-Anwendungen nutzt, hat sich seit 2024 von 40 auf 80 Prozent verdoppelt. Am stärksten verbreitet ist künstliche Intelligenz bei den 15- bis 34-Jährigen: 91 Prozent dieser Altersgruppe nutzen sie gelegentlich, 44 Prozent täglich. Über alle Altersgruppen hinweg setzen 76 Prozent der Bevölkerung KI privat ein, im beruflichen oder schulischen Umfeld sind es 61 Prozent. Dies zeigt der jährliche Mediennutzungsreport der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der WEMF AG für Werbemedienforschung. 


Auch bei der Internetsuche spielt KI eine wachsende Rolle: 77 Prozent nutzen den KI-Modus innerhalb klassischer Suchmaschinen, 57 Prozent suchen gezielt über eigenständige KI-Plattformen. Damit werden diese Plattformen laut Studie bereits häufiger für die Suche eingesetzt als YouTube (34 Prozent) oder Social Media (28 Prozent). Unter den einzelnen Anbietern bleibt ChatGPT mit 67 Prozent gelegentlicher Nutzung mit Abstand die Nummer eins, vor Gemini (32 Prozent) und Copilot (30 Prozent). Claude und Perplexity kommen je auf 10 Prozent.


Bei den klassischen Mediengattungen zeichnet die Studie ein gemischtes Bild. Digitale News-Angebote erreichen mit 93 Prozent nahezu die gesamte Bevölkerung, mehr als die Hälfte nutzt sie täglich. Wie die Erhebung jedoch ausweist, sinkt die Zahlungsbereitschaft für digitale Nachrichten in allen untersuchten Bevölkerungsgruppen – am stärksten in der Romandie, bei Männern und bei jüngeren Personen. Bei den 15- bis 34-Jährigen gewinnt zudem Social Media als Newsquelle an Gewicht: 31 Prozent dieser Gruppe nutzen soziale Netzwerke täglich für aktuelle Nachrichten, für 13 Prozent sind sie sogar die einzige Newsquelle.


Auch bei Fernsehen, Radio und sozialen Netzwerken verschieben sich die Gewichte. Fernsehen bleibt mit 92 Prozent gelegentlicher und 54 Prozent täglicher Nutzung breit verankert, wird aber zunehmend durch Streaming ergänzt: 47 Prozent schauen täglich Video-Inhalte via Streaming-Dienst. Beim Audio ist die Verschiebung bereits weiter fortgeschritten: Der tägliche Radiokonsum ist seit 2024 von 52 auf 45 Prozent gesunken, während 60 Prozent der Bevölkerung täglich Musik oder Radio über Streaming-Dienste hören. Bei den Social-Media-Plattformen behauptet Instagram mit 64 Prozent gelegentlicher Nutzung seinen Spitzenplatz, während X seit 2024 von 17 auf 10 Prozent gefallen ist.


Für die Studie hat Intervista im Auftrag von IGEM und WEMF zwischen März und April 2026 online 1957 Personen befragt, davon 1002 in der Deutschschweiz, 747 in der Romandie und 208 in der italienischsprachigen Schweiz. Das Vertrauensintervall wird mit maximal +/- 2,2 Prozentpunkten angegeben, dürfte bei kleineren Teilstichproben – etwa bei regionalen Einzelwerten aus dem Tessin – jedoch deutlich höher liegen.



Hören Sie dazu auch den aktuellen persoenlich.com-Podcast, der den IGEM-Digimonitor 2026 thematisiert.


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