06.07.2026

Geoquality.ai

Kleine Firmen schlagen Konzerne bei KI-Suche

Der Walliser Anbieter Geoquality.ai kommt in einer eigenen Auswertung von 300 Schweizer Websites zum Schluss, dass die Sichtbarkeit in KI-Antwortsystemen wie ChatGPT oder Perplexity nicht allein von Unternehmensgrösse oder Werbebudget abhängt. Kleinere Anbieter erzielten teils bessere Werte als bekannte Grossunternehmen.

Für die Erhebung wurden nach eigenen Angaben 300 Domains aus zwölf Branchen mit dem hauseigenen Bewertungsraster «Seakt» geprüft. Dieses misst strukturierte Daten, Entity-Klarheit, Autorität, Inhaltsqualität und technische Zugänglichkeit auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten – und damit, so hält bereits das zugrunde liegende «Seakt»-Whitepaper fest, die strukturellen Voraussetzungen für eine KI-Zitation, nicht die Zitation selbst. Als Beispiele nennt Geoquality.ai das Fintech Aktionariat mit 90 von 100 Punkten gegenüber 36 für Julius Bär und 33 für EFG, sowie den Treuhänder Findea mit 80 Punkten gegenüber 64 für KPMG, 51 für Deloitte und 48 für EY.

Ein tiefer Wert bedeute nicht, dass eine Marke in ChatGPT gar nicht vorkomme, präzisiert die Mitteilung: Grosse Unternehmen würden weiterhin genannt, die KI stütze sich dann aber auf Drittquellen wie Vergleichsportale, Foren oder ältere Medienberichte statt auf aktuelle, eigene Unternehmenskommunikation. Diesen «blinden Fleck» könnten sich bekannte Marken heute noch leisten, weil Bekanntheit und Google-Präsenz sie trügen – mit der Verschiebung von der Klick- zur KI-Antwort werde das nach Einschätzung des Anbieters zunehmend zum Risiko.

KI-Crawler ausgesperrt

Von den 300 geprüften Domains sperren laut Mitteilung sieben gezielt KI-Crawler aus, darunter auffällig oft Luxus- und Premiummarken wie Four Seasons, Park Hyatt und Swiss Life. Rund 43 weitere grosse Marken seien für KI-Systeme praktisch unsichtbar, allerdings unbeabsichtigt, als Nebeneffekt generischer Bot-Schutzsysteme wie Cloudflare oder Akamai.

Die Bewertungsmethode «Seakt» hat Geoquality.ai-Gründer Marco Biner selbst entwickelt und im Mai 2026 als «Working Paper» unter einer offenen Lizenz veröffentlicht; es ist nach eigenen Angaben im Rahmen des CAS «AI Hands-On» am Institut für Kommunikation und Führung (IKF) in Luzern entstanden. Biner weist in der Mitteilung selber darauf hin, dass sein eigener Online-Shop HODL.swiss – mit einem Score von 90 Punkten – als offen deklariertes Fallbeispiel in die Auswertung einfliesst.

Für Kommunikationsabteilungen und Agenturen ergebe sich damit laut Geoquality.ai ein neues Handlungsfeld neben klassischem Suchmaschinenmarketing: Wer mit eigenen Inhalten in KI-Antworten präsent sein wolle, müsse die technische und strukturelle Lesbarkeit der eigenen Website aktiv sicherstellen. Die vollständige Rangliste zu allen zwölf Branchen ist auf der Website von Geoquality.ai abrufbar. (pd/nil)


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