Wer heute einen Handwerksbetrieb, eine Treuhandfirma oder eine Anwaltskanzlei sucht, bekommt von Suchmaschinen zunehmend keine Ergebnisliste mehr, sondern eine direkte Antwort von ChatGPT, Gemini, Claude oder Perplexity – meist mit nur wenigen genannten Unternehmen. Für die digitale Sichtbarkeit von Firmen bedeutet das einen Wandel: Neben der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) rückt zunehmend die Frage in den Vordergrund, ob ein Unternehmen von KI-Systemen überhaupt erkannt, korrekt beschrieben und bei passenden Anfragen empfohlen wird.
Um Unternehmen eine Einschätzung ihrer eigenen Sichtbarkeit zu ermöglichen, hat AD Promotion einen kostenlosen «GEO & KI Check» entwickelt. GEO steht für Generative Engine Optimization und bezeichnet Massnahmen zur gezielten Verbesserung der Sichtbarkeit in KI-Systemen. Der Check soll unter anderem aufzeigen, ob ein Unternehmen von ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity erkannt wird, welche Quellen die Systeme für ihre Antworten nutzen, ob veraltete oder fehlerhafte Informationen kursieren und welche Mitbewerber empfohlen werden. Nach eigenen Angaben liefert die Auswertung einen GEO-Score sowie konkrete Verbesserungsvorschläge.
«Früher bot eine Google-Suche Unternehmen zahlreiche Chancen, entdeckt zu werden. Wer auf der ersten Seite nicht erschien, konnte über die nachfolgenden Suchergebnisse dennoch gefunden werden. KI-Systeme liefern hingegen meist nur noch eine kleine Auswahl konkreter Empfehlungen», sagt Fabian Weder, Geschäftsführer der AD Promotion GmbH in Amlikon-Bissegg.
Wie stark sich das Suchverhalten bereits verändert hat, zeigen mehrere Studien. Google bezeichnete die im Mai vorgestellte Neugestaltung des KI-Modus als die grösste Weiterentwicklung des Suchfelds seit mehr als 25 Jahren; gemäss eigenen Angaben nutzen inzwischen über eine Milliarde Menschen pro Monat den KI-Modus, während die KI-Übersichten mehr als 2,5 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer erreichen. Das amerikanische Pew Research Center stellte bereits 2025 fest, dass Nutzerinnen und Nutzer deutlich seltener auf klassische Suchresultate klicken, wenn eine KI-generierte Zusammenfassung erscheint. Das Reuters Institute der Universität Oxford wiederum rechnet in seinem Jahresausblick 2026 damit, dass der Besucherverkehr über Suchmaschinen für viele Websites in den kommenden drei Jahren um rund vierzig Prozent zurückgehen könnte.
Auch in der Schweiz gewinnt die KI-gestützte Suche an Bedeutung: Gemäss der Studie «KMU Digital Pulse 2025» der Hochschule Luzern und von localsearch hat knapp jede fünfte Person generative KI genutzt, um sich über Dienstleistungen von KMU zu informieren; rund die Hälfte der Befragten plant, dies künftig regelmässig zu tun (persoenlich.com berichtete).
«Für Unternehmen kann diese Entwicklung wirtschaftliche Folgen haben. Wenn weniger Menschen über klassische Suchmaschinen auf Unternehmenswebsites gelangen und KI-Systeme gleichzeitig nur wenige Anbieter empfehlen, steigt das Risiko sinkender Websitebesuche und weniger Kundenanfragen», sagt Weder.
«Wer erst reagiert, wenn die Besucherzahlen über klassische Suchmaschinen deutlich zurückgehen, verliert möglicherweise wertvolle Zeit», sagt Weder. (pd/nil)

