«Was wir unseren Kindern im persönlichen Umgang nicht zumuten würden, sollten wir auch in der digitalen Welt nicht akzeptieren», wird der österreichische Medienminister Andreas Babler in einer Mitteilung zitiert. Im Rahmen der Umsetzung wird der europäische Mindeststandard um zusätzliche Verifikationsmethoden ergänzt, heisst es weiter.
Mit diesem Schritt folgt Österreich einem internationalen Trend. Australien hat im Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, Frankreich und Grossbritannien arbeiten an vergleichbaren Regelungen.
Die österreichische Regierung vereinbarte zudem, dass an den Allgemeinbildenden Höheren Schulen der Oberstufe Medienkompetenz und Demokratie sowie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) mehr Gewicht erhält.
Medienkompetenzen stärken
Auch auf diese umstrittene Reform der Lehrpläne einigte sich die Bundesregierung, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Freitag schrieb. Die Lehrplanreform soll im Schuljahr 2027/28 in Kraft treten.
Im Gegenzug zum Ausbau der Medienkompetenz wird bei den Lateinstunden gekürzt – wenn auch nach Protesten nicht so stark wie ursprünglich von Bildungsminister Christoph Wiederkehr geplant.
Die Eckpunkte der Einigung sehen vor, dass der Informatikunterricht – derzeit zwei Stunden über die gesamten vier Oberstufenjahre – um den Bereich KI ergänzt wird. Es geht etwa ums Verstehen der Funktionsweise von digitalen Systemen, Erkennen von Potenzialen und Risiken.
Wahr von falsch unterscheiden
Im neuen Pflichtfach «Medien und Demokratie» soll es um den Nutzen von klassischen wie sozialen Medien gehen. Die Jugendlichen sollen ausserdem lernen, wahr von falsch zu unterscheiden und demokratiefeindliche und radikalisierende Einflussversuche zu erkennen.
Das Bildungsministerium hat sich laut Unterlagen mit den Schulpartnern darauf geeinigt, dass die Schulen autonom zwischen dem Unterricht von Medienkompetenz als eigenem Gegenstand oder in Form eines Fächerbündels entscheiden können. (sda/apa/pd/spo)

