10.06.2024

Cybersicherheit

SRF-Mitarbeitende sollen Computer sperren und Handy nicht liegen lassen

Als Host-Broadcaster der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock muss sich die SRG besonders gut gegen mögliche Cyberattacken und Störaktionen schützen. So soll sich das Personal von Schweizer Radio und Fernsehen verhalten.
Cybersicherheit: SRF-Mitarbeitende sollen Computer sperren und Handy nicht liegen lassen
Handy nicht am Arbeitsplatz liegen lassen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Am Montagmorgen wiederholte VBS-Vorsteherin Viola Amherd, was eigentlich allen schon klar war. Im Vorfeld der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock sei die Schweiz vermehrt Ziel von Cyberattacken. «Es gibt ein Interesse, die Konferenz zu sabotieren», sagte Amherd. Besonders Russland hat ein Interesse, die Konferenz in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen.

Als mögliches Einfallstor für Cyberangriffe könnte die Infrastruktur der SRG dienen. Das Schweizer Medienunternehmen produziert als Host-Broadcaster das Weltsignal der Bürgenstock-Konferenz. Wie bei anderen Grossveranstaltungen von internationalem Charakter dokumentiert die SRG sämtliche öffentliche Anlässe wie die Medienkonferenzen und offiziellen Reden und stellt das Material interessierten Sendeunternehmen weltweit zur Verfügung. Eine Manipulation oder Störung des Weltsignals wäre demnach besonders wirkungsvoll. Entsprechend rechnet die SRG mit solchen Angriffen, wie Michel Gachet, Leiter Informationssicherheit der SRG, Ende Mai gegenüber Radio SRF sagte.

Darum habe man «viel in die IT-Sicherheit investiert und sei täglich daran, noch besser zu werden», so Gachet damals weiter. Doch das sicherste technische System nützt nichts, wenn die Menschen davor sich fahrlässig verhalten. Darum hat Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) seinen Mitarbeitenden Handlungsanweisungen mitgegeben, wie sie sich im Umfeld der Bürgenstock-Konferenz verhalten sollen. Die Verhaltensregeln gelten überall dort, wo jemand Zugriff auf die Sendeinfrastruktur hat, also an allen Studiostandorten.

So müsse vor jedem Verlassen des Arbeitsplatzes der Computer gesperrt und das Mobiltelefon mitgenommen werden. Vorsicht geboten sei beim Umgang mit E-Mails unbekannter Herkunft sowie bei Mail-Anhängen und Links, da sie Schadsoftware enthalten könnten. Die beste Cyberprävention sei es, die Aufmerksamkeit hochzuhalten und schnell zu reagieren, empfehlen die Sicherheitsverantwortlichen von SRF in einer Mitteilung ans Personal, die persoenlich.com vorliegt. Das gelte auch dann, wenn sich unbekannte Personen unter einem Vorwand Zutritt zu SRF-Räumlichkeiten zu verschaffen versuchen. Werde all das befolgt, dann sei SRF «gut gewappnet und wirksam geschützt».


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