Hollywood-Star Angelina Jolie hat bei einem überraschenden Besuch in Sarajevo am Wochenende schnellere Hilfe für bosnische Flüchtlinge gefordert. Sie plant, im Herbst einen Film über den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) drehen. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die im Bosnien-Krieg spielt. Eine politische Botschaft werde der Film nicht haben, die Mitwirkenden kämen aus allen ethnischen Gruppen Bosniens, hiess es in einer Erklärung. Laut dem bosnischen Radio wird Jolie sowohl Regie führen als auch die Hauptrolle übernehmen.
Am Freitag landete die Schauspielerin mit ihren Zwillingen Knox und Vivienne in Sarajevo, wie Medien berichteten. Ein Fahrzeug der EU-Schutztruppe EUFOR habe die Schauspielerin, die von zehn Leibwächtern von der Öffentlichkeit abgeschirmt worden sei, an einen unbekannten Ort ausserhalb Sarajevos gebracht.
Laut dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR traf sich die Schauspielerin auch mit Politikern. Die Führung Bosnien-Herzegowinas müsse mehr dafür tun, dass die tausenden Menschen, die vor dem Krieg in den neunziger Jahren geflohen seien, endlich in ihre Heimat zurückkehren könnten, erklärte Jolie. Zuletzt hatte sie Bosnien-Herzegowina im April besucht. Laut UNHCR, für das sie sich als Botschafterin engagiert, gibt es nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 noch 113'000 Binnenflüchtlinge. Insgesamt waren rund 2,2 Millionen Menschen vertrieben worden. (sda)

