Als erstes Teilnehmerland hat am Samstag die Schweiz ihren Kandidaten für den 56. Eurovision Song Contest (ESC) ermittelt: Anna Rossinelli soll im Mai 2011 in Düsseldorf die Schweiz in den Final bringen.
Das Fernsehpublikum wählte via Televoting die 23-jährige Baslerin mit ihrer von Gitarrenklängen untermalten Ballade "In Love for a While" aus den 12 Finalisten aus. Deren Live-Auftritte wurden direkt aus der Bodensee-Arena in Kreuzlingen TG auf den Fernsehsendern "SF 1", "TSR 2" und "RSI La 2" übertragen. Anna Rossinelli hatte bereits aus der Fachjury den meisten Zuspruch erhalten. In dieser sassen die Musiker Pepe Lienhard, Francine Jordi, Baschi und Peter Reber, von denen ausser Baschi alle selber einmal für die Schweiz ins Rennen gingen, sowie SF-Moderator Nik Hartmann.

Im Vorfeld war die bis dahin unbekannte Baslerin nicht zum Favoritenkreis gezählt worden. Die Medien hatten eher mit einem Sieg der erst 16-jährigen Rümlangerin Andrina, der Ulktruppe Polly Duster, der US-Amerikanerin Sara Burgess und des Country/Pop-Trio CH mit der Freiburger Sängerin Kisha gerechnet.
Rossinelli, die ihr Geld als Serviertochter und Strassenmusikerin verdient, hat sich an der Jazzschule Basel ausbilden lassen, was man ihrer starken Stimme anhört. Showmässig orientierte sie sich an der diesjährigen Siegerin und kommenden Konkurrentin Lena: Sie erschien im schlichten kleinen Schwarzen und bewegte sich nur spärlich.
Schon vor Eröffnung des Televoting fand Rossinelli den einhelligen Zuspruch der Jury. "Das beste Intro der letzten zehn Jahre", befand Peter Reber und Baschi gab sich angetan von diesem "geilen, flockigen" Song. Ihnen war vermutlich nicht bewusst, dass der Refrain von "In Love for a While" praktisch identisch ist mit dem von Colbie Caillats "Bubbly", mit dem sie vor drei Jahren 52 Wochen lang in der Schweizer Hitparade stand. Mit Plagiatsvorwürfen ist indes nicht zu rechnen. ESC-Teilnehmer bedienen sich regelmässig bei erfolgreichen Song-Bestandteilen anderer. Im Vorfeld war die Baslerin nicht zum Favoritenkreis gezählt worden. Die Medien hatten eher mit der erst 16-jährigen Rümlangerin Andrina, der Ulktruppe Polly Duster, der US-Amerikanerin Sara Burgess und dem Country/Pop-Trio CH mit der Freiburger Sängerin Kisha gerechnet. Auch der 17-jährigen stark sehbehinderten Bernarda Brunovic wurden Chancen attestiert; sie wurde schliesslich zweite.

