14.11.2012

Wulff-Affäre

"Bild"-Journalisten publizieren "deutsches Sittengemälde"

Martin Heidemann und Nikolaus Harbusch wurden für ihre Recherchen ausgezeichnet.

Zur Affäre, die zum Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff Anfang dieses Jahres führte, ist jetzt auch ein Buch erschienen. Geschrieben haben es die "Bild"- Journalisten Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch. Ein "deutsches Sittengemälde" nannte der frühere TV-Moderator Ulrich Wickert die gut 300 Seiten bei der Vorstellung am Mittwoch in Berlin. Die beiden Journalisten waren für ihre Recherchen in der Affäre Wulff mit dem Henri-Nannen- Preis ausgezeichnet worden.

Die ersten Vorwürfe gegen Wulff, die am Ende zum Rücktritt führten, sollen aus seiner engsten Nähe in Hannover in die Öffentlichkeit gelangt sein - so eine der Aussagen des Buches. Es ging dabei zunächst um den Privatkredit für Wulffs Eigenheim in Grossburgwedel. Zwei Monate, nachdem die ersten Berichte auftauchten, musste Wulff am 17. Februar 2012 zurücktreten. Einer der Höhepunkte der Affäre war der Anruf Wulffs auf den Telefonbeantworter von "Bild"-Chefredaktor Kai Diekmann, der in Teilen dokumentiert wird. Auch ein zweiter Anruf bei Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner wird erwähnt. Am Abend des 12. Dezember 2011 ging "Bild" mit der Geschichte in die Öffentlichkeit, obwohl Wulff dies mit seinen Anrufen verhindern wollte.

Am Ende stürzte Wulff nicht über den Kredit, sondern über seine Beziehungen zum Filmunternehmer David Groenewold. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung sind bis heute nicht abgeschlossen. (sda/dpa)


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