05.08.2026

Locarno Film Festival

Bundesrätin Baume-Schneider eröffnet 79. Ausgabe

Die Bundesrat hat in ihrer Rede die diesjährige Retrospektive zur schwarzen Liste der McCarthy-Ära in den USA gelobt. Locarno habe schon immer «freien Stimmen» eine Plattform gegeben.
Locarno Film Festival: Bundesrätin Baume-Schneider eröffnet 79. Ausgabe
Ein Festival, das sich nie für den bequemen Weg entschieden habe: Elisabeth Baume-Schneider. (Bild: Keystone/EPA/Jean-Christophe Bott)

Der Film habe immer Grenzen ausgelotet, sagte die Bundesrätin an der offiziellen Eröffnung. Und zwar: «Ästhetische, politische und gesellschaftliche Grenzen.» Die Retrospektive «Red & Black – Die Hollywood-Linke und die schwarze Liste» über die berühmte amerikanische schwarze Liste sei gegenwärtig leider von besonders grosser Aktualität.

Sie passe perfekt zu einem Festival, das sich nie für den bequemen Weg entschieden habe und auch keiner simplen Marktlogik gefolgt sei. Locarno habe stets mutig den «unabhängigen, freien Stimmen» eine Plattform geboten.

Eröffnet wurde das Festival im Beisein von Baume-Schneider und Festivalpräsidentin Maja Hoffmann. Für die Kunstsammlerin und Roche-Erbin ist es die dritte Ausgabe unter ihrer Ägide.

Bis zum 15. August sind in der Stadt am Lago Maggiore 233 Filme zu sehen, 103 davon sind Weltpremieren. Erwartet werden am Anlass, der zu Europas wichtigsten Filmfestivals zählt, unter anderen die italienische Schauspielerin Isabella Rossellini und der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor James Gray.

Um den Goldenen Leoparden bewerben sich 17 Filme. Darunter ist mit «O Jacaré» auch eine schweizerisch-portugiesische Co-Produktion. Der Film des in Lausanne lebenden Filmemachers Basil Da Cunha bildet den Abschluss einer Trilogie. Die Mischung aus Drama und Thriller dreht sich um die Beute eines Überfalls und führt in einen Vorort von Lissabon.

Auf der Piazza Grande, dem grössten Freiluftkino Europas, ist unter anderem der neuste Film von Petra Volpe zu sehen. «Frank & Louis» handelt von einer Männerfreundschaft im Gefängnis und ist der erste englischsprachige Film der italienisch-schweizerischen Filmemacherin, zu deren Werken «Die göttliche Ordnung» (2017) und «Heldin» (2025) gehören. (sda/nil)


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