24.10.2012

Designpreise 2012

Bunte Revue, Werbung und Schmuckschlange

Museum Bellerive in Zürich ist Gastgeberin.

Das Museum Bellerive in Zürich ist Gastgeberin der Ausstellung "Designpreise der Schweizerischen Eidgenossenschaft 2012". Zu sehen sind Arbeiten der 20 Gewinnerinnen und Gewinner. Geehrt werden zudem zwei Designer und ein Designbüro mit dem "Grand Prix Design". Vergeben werden die Auszeichnungen vom Bundesamt für Kultur (BAK). Die mit je 40'000 Franken dotierten Grossen Preise erhalten der Produktedesigner Franco Clivio (Zürich), der Grafikdesigner, Werber und Typrograf Karl Gerstner (Basel) sowie das Büro Gavillet&Rust (Grafikdesigner Gilles Gavillet, Genf, und David Rust, Lausanne). Die 20 Gewinnerinnen und Gewinner der Designpreise haben die Qual der Wahl: Sie erhalten je 25'000 Franken, sie beziehen ein Atelier in New York oder aber sie belegen ein sechsmonatiges Praktikum in einem renommierten Büro.

Vermittlung und Modedesign

Neu gibt es keine Altersgrenze. Fünf der 20 Gewinner sind über 40 Jahre alt. Und erstmals werden zwei Arbeiten aus dem Bereich Designvermittlung ausgezeichnet, so auch das Magazin "Dorade", das die Westschweizer Sylvain Menétrey, Emmanuel Crivelli und Philippe herstellen und vertreiben. Die Revue ist ein "Ausstellungsraum in Papierform". Die drei Designer verstehen sich gewissermassen als Kuratoren, die für jede Ausgabe zu einem bestimmten Thema den Inhalt experimentell erarbeiten. Dabei geben sie auch anderen Kulturschaffenden wie Fotografen oder Schriftstellern eine Plattform.

"Croisière II" und "Croisière 12" (2011/2012) heissen die Kollektionen der Thuner Modedesignerinnnen Sabine Portenier und Evelyne Roth. Gedacht sind sie für Frauen "mit und ohne Kurven". Speziell ist dabei, dass die Kleidungsstücke "am Körper" entworfen werden. Erst dann werden sie "auf den Schnitt gebracht". Portenier und Roth arbeiten mit natürlichen Materialen wie Leder, Wolle, Seide, "weil künstliche Materialien nicht recycelbar sind".

Grafik- und Schmuckdesign

Im Bereich Grafikdesign sind die Zürcherin Esther Rieser und der in Genf geborene Ludovic Balland tätig. Während Rieser Drucksachen wie Bücher oder Hefte in kleiner Auflage gestaltet und bindet, ist Balland für sein Projekt "Warszawa w budowie" ("Warschau im Umbau") ausgezeichnet worden. Ballands Projekt ist das Kommunikationskonzept für ein geplantes Kunstmuseum in der polnischen Hauptstadt. Mit riesigen in Polen produzierten Plakakten, mit Katalogen, Programmheften und Flyern soll der städtischen Bevölkerung das zukünftige Museum schmackhaft gemacht werden. Werbung und kulturpolitische Arbeit gehen bei Balland Hand in Hand.

Ganz dem Alltag verpflichtet ist der Schmuckdesigner David Bielander. Er kreiert etwa einen Autoreifen, Tiere (Ratte, Käfer, Schlange) oder Pflanzen (Maiskolben, Enzian). Was ihn daran fasziniert, ist die Möglichkeit, intime Vorlieben öffentlich zu machen. Sobald das Ding am Körper einer Person platziert wird, offenbart es auch gegen aussen sein Potenzial als Schmuckstück. (pd)


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