12.12.2012

Horrorfilm

CERN dient als Kulisse

Studenten drehten Low-Budget-Streifen im Forschungszentrum.

Britische Studenten haben im CERN bei Genf einen Horrorfilm der B-Kategorie gedreht, dessen düstere Gänge als Kulisse dienten. "Decay" wurde ohne Genehmigung des Instituts gedreht, doch dieses hat nichts gegen die Verbreitung des Films im Internet unternommen. "Die Studenten haben uns den Film nach Abschluss der Dreharbeiten vorgelegt", erklärte James Gillies, Sprecher des CERN, am Mittwoch. Damit bestätigt er einen Bericht der Tageszeitung "Le Matin". Der Film dauert eineinviertel Stunden und kann gratis auf www.decayfilm.com angesehen werden.

Die Gefahren des LHC

Im Zentrum des Films steht der Large Hadron Collider (LHC), der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. Das Drehbuch ist klassisch: Die Maschine, die sich 100 Meter unter der Erdoberfläche befindet, gerät ausser Kontrolle und erzeugt eine Strahlung, die das Gehirn von Menschen angreift und sie in Zombies verwandelt. Die fünf Helden des Films bleiben im Untergeschoss des Instituts stecken und irren durch ein Labyrinth von dunklen Gängen, in denen die Zombies ihnen nachstellen, um sie zu verschlingen. Der Grund für das Debakel hat einen Namen: Das Higgs-Boson, jenes unfassbare Teilchen, hat sich als tödliche Gefahr entpuppt.

Ein verrückter Wissenschaftler

Im Film wird der Generaldirektor des CERN als skrupellose Person dargestellt, die den Wissensfortschritt über die Interessen der Menschheit stellt. Das Drama, das mehrere bluttriefende Szenen enthält, endet pessimistischerweise damit, dass die Helden einer nach dem anderen verschwinden. "Decay" (Verfall) spielt mit der Angst vor dem Unbekannten. "Die grösste Entdeckung der Physik könnte ihre letzte sein", heisst es auf dem Plakat zum Film. Der Spielfilm wird seit Samstag auf dem Internet ausgestrahlt und zeitigt guten Erfolg - angesichts der bescheidenen Mittel, die den Studenten dafür zur Verfügung standen. Das CERN, das in den Augen der Öffentlichkeit nach wie vor eine recht mysteriöse Organisation ist, hat schon früher als Kulisse für Filme gedient. So wurden Szenen für "Illuminati" mit Tom Hanks hier gedreht. (sda)


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