Nicht nur Freunde zu finden wird durch das Internet unkomplizierter, sondern auch, sie wieder loszuwerden: In Social Networks wie Facebook genügt ein Klick, um den Kontakt zu einer Person wieder abzubrechen. Der Ausdruck "Defriending" für diesen Vorgang wurde diesen Sommer bereits offiziell in das New Oxford American Dictionary aufgenommen, berichtet die New York Times. Zuvor wurde "unfriend" bereits zum Wort des Jahres 2009 gewählt.
Das virtuelle Beenden einer Freundschaft verursache jedoch reale Emotionen, so Experten. "Emotional kann es ähnlich sein, wie verlassen zu werden, weil es einseitig ist", so Irene Levine, Professorin für Psychiatrie an der NYU School of Medicine. "Während die eine Seite vielleicht schon länger überlegt, den Kontakt abzubrechen, kommt es für die andere Seite völlig überraschend", so Levine.
Auf Facebook sind nach Schätzungen über 500 Millionen User aktiv, im Schnitt hat jeder etwa 130 Freunde. In den vergangenen Jahren seien die virtuellen Freundschaften immer wichtiger geworden, deshalb würde auch das Entfreunden immer folgenschwerer, so Aram Sinnreich Professor für Medien an der Rutgers University. Früher hätten Nutzer die Freundschaften im Internet nicht so ernst genommen. "Mittlerweile sehen wir Studie für Studie, dass Menschen, die in Social Networks Freunde verlieren, mit echten psychologischen Konsequenzen konfrontiert sind." (pte)

