Bei den MTV Europe Music Awards (EMA) haben erneut fast nur Künstler aus Nordamerika abgeräumt. US-Country-Star Taylor Swift gewann drei Preise, ebenso der Kanadier Justin Bieber. Swift holte sich am Sonntagabend in Frankfurt am Main im hautfarbenen Glitzerkleid die Trophäen als beste Sängerin, für die beste Live-Show und den besten Look ab.
Bieber wurde zum dritten Mal in Folge zum besten Sänger gekürt und gewann ausserdem in den Kategorien "Best Pop" und "Best World Stage". Der Teenieschwarm kam allerdings nicht persönlich zur Verleihung, sondern bedankte sich nur per Videobotschaft bei seinen Fans. Ex-Model Heidi Klum moderierte die Zwei-Stunden Show, die ganz auf Zirkus gestylt war, begleitet von Gauklern, Feuerspuckern und Artisten. Klum wechselte das Outfit ein halbes Dutzend Mal, die von Versace designten Kleider spielten allesamt mit dem Zirkus-Thema.
Der letzte Auftritt des Abends gebührte der neuen Königin des Pop, Taylor Swift, die dafür in ein sexy Dompteusen-Kostüm schlüpfte. 8000 Zuschauer kreischten ihr zu in der Frankfurter Festhalle, in der die EMAs nach 2001 zum zweiten Mal vergeben wurden.
Beleidigte Leberwürste
Die Kanadierin Carly Rae Jepsen gewann zwei Preise, darunter die wichtige Auszeichnung "Bester Song" für ihren Ohrwurm "Call Me Maybe". Sie stach unter anderem die Top-Favoritin des Abends aus, Rihanna, die in sechs Kategorien nominiert worden war, jedoch komplett leer ausging und auch gar nicht da war. Auch Lady Gaga - zurzeit auf Welttournee und in Brasilien - war mehrfach nominiert gewesen, bekam jedoch keinen Preis. In den Vorjahren war Gaga noch die grosse Gewinnerin gewesen.
Für ein bisschen europäisches Flair sorgte die irisch-britische Boygroup One Direction. Sie bekam zwei Preise, für die grössten Fans und als beste Newcomer - auch sie waren nicht vor Ort.
An Gangnam kommt keiner vorbei
Für das beste Video wurde der neue Weltstar Psy aus Südkorea ausgezeichnet, der mit seinem Hit "Gangnam Style" und dem dazugehörigen Tanz-Stil den Saal rockte. Viele Preise wurden nur per Einspielung bekanntgegeben, etwa Nicki Minaj für den besten Hip-Hop-Song, Linkin Park als beste Rock-Gruppe und David Guetta für "Best Electronic".
Die Fans hatten im Internet über ihre Pop-Idole abgestimmt. Laut MTV gingen in diesem Jahr 184 Millionen Stimmen ein, vergangenes Jahr waren es 158 Millionen gewesen. Die Preisverleihung wurde in fast 700 Millionen Haushalte übertragen. Nur wenige Preisträger waren schon vor Beginn der Show bekannt gewesen: Die im Februar mit 48 Jahren gestorbene US-Pop-Diva Whitney Houston wurde posthum als "Global Icon" geehrt. "Du hast Massstäbe gesetzt für Generationen", sagte Kollegin Alicia Keys. "We love you forever." (sda)

