17.04.2013

The Yeah Yeah Yeahs

Fordern Handyverbot auf Konzerten

US-Indie-Rocker appellieren mit Plakaten an eigene Fans.

Die US-amerikanische Indie-Rockband "The Yeah Yeah Yeahs" will sich nicht damit anfreunden, dass die eigenen Fans zunehmend zu Smartphones greifen, um Konzerte mitzufilmen oder reihenweise Fotos zu schiessen. Bei einem kürzlichen Auftritt in der Webster Hall in New York liess die dreiköpfige Truppe deshalb kurzerhand grossflächige Plakate an den Eintrittstoren anbringen, die die hereinströmenden Besucher dazu aufforderten, ihre geliebten Handy-Begleiter während der gesamten Live-Performance eingesteckt zu lassen.

"Die Problematik von Smarthones bei Live-Konzerten stellt sich von Künstler zu Künstler unterschiedlich dar", erklärt Thomas Böhm, Sprecher des Verbandes der Österreichischen Musikwirtschaft. Dementsprechend sei auch die Einstellung bei den Musikschaffenden sehr differierend. Diese hängen von der Erfahrung der Musiker ab - sind diese negativ ausgefallen, seien Handys auf Konzerten natürlich unerwünscht, wie Böhm erläutert.

Hitzige Debatte entfacht

"Bitte schaut euch die Show nicht auf dem Bildschirm eures Smartphones oder eurer Kamera an", so der Aufruf, mit dem die bekannte New Yorker Band den grassierenden Handy-Wahnsinn in den Konzertsälen in den Griff bekommen will. Sängerin Karen Orzolek alias "Karen O" meinte denn auch zu Beginn des Auftritts per Mikrofon, was sie von derartigen Praktiken hält: "Schiesst schnell noch ein paar Fotos, aber dann steckt die Scheisse endlich weg!"

Nach Bekanntwerden der Aktion ist nun eine hitzige Diskussion innerhalb der US-amerikanischen Musikbranche entfacht, die sich mit der zunehmenden Smartphone-Nutzung auf Konzerten auseinandersetzt. Dabei meldeten sich sofort mehrere Künstler wie beispielsweise die US-Sänger- und Musikerikone Prince, die sich der Aufforderung der The Yeah Yeah Yeahs anschliessen wollen.

Verständliches Verhalten

Bei vielen Musikexperten zeigt sich aber durchaus Verständnis für das Verhalten des Publikums. "Es ist doch mehr als nachvollziehbar, wenn Fans einen grossartigen Moment eines Live-Gigs mit ihrer Kamera als Foto oder Video festhalten wollen", sagt ein Brancheninsider. Viele Musikliebhaber seien zudem mehr als froh darüber, dass einige Zuseher das Geschehen auf der Bühne mitprotokollieren würden. Durch das Online-Stellen von selbst erstellten Konzertmitschnitten auf Plattformen wie YouTube könnten schliesslich auch solche Menschen in den Genuss von Konzerten kommen, die es nicht persönlich dorthin geschafft haben, so eines der Argumente der Handy-Befürworter. (pte)

 


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