11.07.2007

Lala.com

Gratis-Musik-Angebot verzögert

Nach Warner Deal mit weiterem Majorlabel in Aussicht

Der alternative Online-Musikdienst Lala.com verzögert den Start seines vor einem Monat angekündigten Angebots. Lala-Gründer Bill Nguyen gab in einer E-Mail die Verzögerung bekannt. Anfang Juni kündigte Lala.com an, dass Titel aus dem Warner-Music-Katalog gratis über die Plattform gestreamt werden können. Für jeden Titel, der online angehört wird, muss Lala.com an Warner eine Lizenzgebühr entrichten. Erst für den Download auf den iPod muss der User in die Tasche greifen.

Ende vergangener Woche unterbrach Lala.com sein Gratis-Streaming-Angebot, das sich in der Betaversion befindet. Als Grund dafür gab Nguyen die hohe Nachfrage an, die zur Überlastung der Server geführt hat. Um den Betrieb weiter zu gewährleisten, seien große Veränderungen notwendig, sagt Nguyen weiter. Das Unternehmen geht davon aus, in vier bis sechs Wochen mit den neuen Features an den Start gehen zu können.

Skeptiker des Angebots spekulieren jedoch, dass das Niederfahren des Angebots an der fehlenden Unterstützung aus der Musikindustrie lag. Auch wird der wirtschaftliche Erfolg des Geschäftsmodells angezweifelt. Pro abgespielten Song zahlt Lala.com einen Cent an Warner. Die Höhe der Lizenzgebühren soll innerhalb von zwei Jahren auf 150 Mio. Dollar klettern. Lala.com befindet sich in Gesprächen mit drei weiteren Majorlabels, wobei es mit einem kurz vor einem Deal stehe, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichtet.

Lala.com startete im Frühjahr 2006 als Tauschplattform für gebrauchte CDs. Gegen eine Vermittlungsgebühr von einem Dollar können die User CDs untereinander tauschen und sich per Post zuschicken lassen. Ein Album-Download kostet zwischen 6,50 und 13,50 Dollar. Zu den Eigentümern von Lala.com zählt Bain Capital Partners, das auch massgeblich an Warner Music beteiligt ist. (pte)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen