23.09.2010

Blockbuster

Grösste Videotheken-Kette der USA ist pleite

In den USA hat die Kette 3000 Filialen.

Der Siegeszug des Video-Bezugs via Internet fordert seinen Tribut: Die grösste Videotheken-Kette der USA, Blockbuster, ist pleite. Das börsennotierte Unternehmen musste am Donnerstag nach langem Siechtum Insolvenz anmelden und versucht jetzt den Neustart. Für die Kunden ändert sich erstmal nichts: Die Läden haben weiter geöffnet. In den USA hat die Kette 3000 Filialen. Weltweit sind es mehr als 5000. Blockbuster ist auch in Kanada, Dänemark, Italien, Mexiko, Argentinien und Grossbritannien vertreten.

Doch in den Läden ist immer weniger los, besonders in der Heimat. Hier hat vor allem die Online-Videothek Netflix Blockbuster das Wasser abgegraben. Bei Netflix lassen sich Filme entweder per Breitband-Internet direkt auf den Fernseher oder den Computer holen oder sie werden per Post auf DVD oder Blu-ray verschickt. Das Monatsabo kostet um die 10 Dollar. Auch Yahoo, die Google-Tochter YouTube, Apple und Amazon drängen ins Online- Videogeschäft. Erst kürzlich hat zudem die Video-Website Hulu ihr Angebot ausgebaut. Hinter ihr stehen mehrere grosse US-Fernsehstationen.

Zusätzlich leidet Blockbuster unter den Automaten-Videotheken, in den USA ist es vor allem Redbox. Die Leihe ist billiger als in den klassischen Läden. Mit den Gläubigern hat sich Blockbuster nun darauf geeinigt, den Schuldenberg von aktuell einer Milliarde Dollar auf 100 Mio. Dollar abzubauen. Im Gegenzug bekommen die Kreditgeber einen Anteil an der neuen Blockbuster-Gesellschaft.

Bereits seit Monaten hatte sich die Insolvenz abgezeichnet. Die Aktie ist zu einem Pennystock geworden - sie notiert im Cent-Bereich. Blockbuster ist 1985 gegründet worden und hatte 2009 einen Jahresumsatz von 4,1 Mrd. Dollar. 2008 waren es noch 5,1 Mrd. Dollar gewesen. Der Verlust vergrösserte sich auf 569 Mio. Dollar. (sda)


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