Die EU-Kommission soll dem Kauf der Musiksparte des Medienkonzerns Bertelsmann, BMG Music Publishing, durch Universal in den nächsten Tagen zustimmen, heißt es in einem Bericht von Le Figaro. Demnach wird die EU-Kommission in den nächsten Tagen diese Entscheidung bestätigen und Universal auffordern, im Gegenzug einige seiner Aktiva zu veräussern. EU-Kommissionssprecher Jonathan Todd wollte sich auf Nachfrage von pressetext nicht zu dem Bericht äußern, betont jedoch, dass der offizielle Termin für die Verlautbarung der Entscheidung für den 1. Juni angesetzt ist.
Durch den Zusammenschluss kämen Universal Music und BMG Publishing laut Schätzungen auf einen Marktanteil von 24 bis 28 Prozent weltweit und würden damit EMI mit einem Weltmarktanteil von 20 Prozent sowie Warner mit 16 Prozent überholen. Universal Music, Tochter des französischen Medienkonzerns Vivendi, ist global bereits Nummer eins unter den Musikproduzenten und könnte mit dem Kauf auch als Verleger die Marktführerschaft an sich reissen. Im vergangenen Jahr hat BMGs Musiksparte 371 Mio. Euro umgesetzt. Der weltweite Gesamtmarkt für Musikverlage belief sich auf 3,4 Mrd. Euro.
Universals Ankündigung, Ende vergangenen Jahres BMG Music Publishing um 1,63 Mrd. Euro zu kaufen, hat unter den unabhängigen Musikproduzenten zu einem Aufschrei geführt. Die Unabhängigen, die sich im Verband Impala organisieren, befürchten eine weitere Zunahme der Macht von Universal Music. "Universal würde eine wichtige Hebelwirkung erhalten und unausweichlich werden. Der Major könnte seine doppelte Marktführerschaft ausnutzen, um jedes Musikhaus zu verdrängen", betont Patrick Zelnik, Präsident von Impala.

