US-Präsident Barack Obama konnte beim Parteitag der Demokraten in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina auf die Hilfe grosser Stars zählen. Scarlett Johansson und Eva Longoria warben neben anderen Prominenten aus dem Showbusiness am Donnerstag (Ortszeit) für Obamas Wiederwahl. Viele von ihnen erinnerten an ihre bescheidene Herkunft. Johansson, die unter ihrem grauen Jackett ein T-Shirt mit US-Flagge trug, rief vor allem die jungen Menschen auf, bei der Präsidentschaftswahl an die Urnen zu gehen. "Im Jahr 2008 sind weniger als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen wählen gegangen", sagte Johansson. "Wählt, damit eure Stimme gehört wird." Die Schauspielerin erinnerte an ihre Kindheit in New Yorker Sozialwohnungen, wo sie in einer demokratischen Familie aufwuchs. "Mein Vater verdiente kaum genug, um über die Runden zu kommen", sagte die 27-Jährige.
"Wir zogen jedes Jahr um, und schliesslich zogen wir in ein Hausprojekt für Familien der unteren Mittelschicht. Wir gingen in öffentliche Schulen und wurden durch Programme für Schulbusse und Mittagessen unterstützt, so wie die meisten meiner Freunde." Desperate-Housewives-Star Longoria schilderte ihre Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen in Texas in einer mexikanischstämmigen Familie. Sie berichtete von Jobs, bei denen sie Ölwechsel in einer Autowerkstatt machte oder Hamburger in einem Fast-Food-Lokal briet. "Die Eva Longoria, die bei Wendy's Burger wendete, brauchte eine Pause vom Steuerzahlen", sagte sie. "Aber die Eva Longoria, die Filme dreht, braucht das nicht." Damit spielte Longoria auf den Vorwurf an, Obamas Herausforderer Mitt Romney schütze vor allem die Interessen der Wohlhabenden.
Sie habe das Glück gehabt, Möglichkeiten zu haben, sagte Longoria. Obama könne dies verstehen, weil er es selbst erlebt habe. "Lasst uns für den amerikanischen Traum kämpfen", sagte die 37-Jährige. "Wir wissen, wie es geht. Wir müssen Präsident Obama wiederwählen." "Ich stehe hier nicht nur als Schauspielerin, sondern als Afroamerikanerin, als Enkelin von Einwanderern", sagte Kerry Washington. Sie sei "ein Mensch, der sich das College ohne Studentendarlehen nicht hätte leisten können und eine von vielen Millionen Freiwilligen, die sich für Obamas Wiederwahl einsetzen", sagte die 35-Jährige.
Eastwoods Auftritt verspottet
Auch andere Prominente warben auf dem Parteitag für Obama, darunter die R&B- Sängerin Mary J. Blige und Latino-Sänger Marc Anthony, der die Nationalhymne "Star-Spangled Banner" interpretierte. Der Country-Musiker James Taylor liess es sich nicht nehmen, über Clint Eastwood herzuziehen, der beim republikanischen Nominierungsparteitag vergangene Woche in Tampa für Obamas Herausforderer Mitt Romney geworben hatte. Taylor machte sich über das bizarre Zwiegespräch lustig, das der Hollywood-Star auf der Parteitagsbühne mit einem leeren Stuhl führte. "Ein leerer Stuhl, der macht etwas nervös, oder?", sagte Taylor, als er mit seiner Gitarre zu einem Hocker auf die Bühne kam. "Ich werde nicht mit ihm reden, ich werde darauf sitzen."
Der 82-jährige Eastwood hatte so getan, als ob auf dem leeren Stuhl Obama sässe. Im Internet erntete der Auftritt Hohn und Spott. Eastwood ist einer der wenigen Stars, die sich öffentlich für Romney ausgesprochen haben. (sda)

