23.11.2007

"Brand Entertainment"

In der Schweiz noch kaum bekannt

Weder Begriff noch Inhalte etabliert.

Letzten Donnerstag hat "persoenlich.com" über die Gründung und die Ziele des Branded Entertainment Circle berichtet. Das Thema hat für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Nicht zuletzt tauchte die Frage auf: Wie bekannt ist die Disziplin des Brand Entertainment bei den Werbeauftraggebern. Antworten liefert eine aktuelle Trend-Erhebung im Auftrag von B6 Brand Emotion. Das Fazit: Der Begriff "Brand Entertainment" ist in der Schweiz noch weitgehend unbekannt.

Brand Entertainment verbindet die Marketinganalyse, die Durchführung von markenaffinen Events für die Zielgruppe und deren mediale Auswertung in einem vernetzten Konzept. Brand Entertainment ist die relevante Dramatisierung von Marken- und Kommunikations-Inhalten um eine gezielte Medialisierung zu erreichen. Doch gibt es in der Schweiz einen Markt für diese Kommunikationsdisziplin? Wie stark ist er schon besetzt? Welche Bedürfnisse haben die Kunden in diesem Bereich. Eine Trendstudie, welche die dukebox GmbH im Auftrag von B6 Brand Emotion durchgeführt hat, suchte nach Antworten.

Bei diesem Trendbericht handelt es sich nicht um eine methodische Markterhebung, sondern um die Zusammenfassung von 51 offenen und persönlich geführten Interviews, die von April bis Juni 2007 durchgeführt wurden. Ziel der Gespräche, die am Arbeitsplatz der Marketingverantwortlichen von 51 Deutschschweizer Firmen mit einem Media-Spendingvolumen von über 250'000 Franken im Jahre 2006 geführt wurden, war es, einen Eindruck über das Potential von Brand Entertainment als eigenständiger Kommunikationsdisziplin in der Schweiz zu gewinnen.

Begriff noch nicht eingeführt

Was stellen Sie sich unter dem Begriff "Brand Entertainment" vor?

Der Begriff "Brand Entertainment" ist im Markt noch nicht eingeführt. Eine diffuse Wahrnehmung, er habe etwas mit Markenführung zu tun, ist wahrnehmbar. Der Dreiklang "Marketinganalyse – Inszenieren des Ereignisses – Medienkooperation" ist für den Markt noch neu.

Welche Agenturen mit einem solchen Angebot kennen Sie?

Bisher hat sich noch keine Agentur einen Namen für Brand Entertainment gemacht. Weder der Begriff noch die Inhalte wurden bisher etabliert. Einigen Einzelnennungen steht eine überwiegende Ratlosigkeit gegenüber. Hier liegt laut Studienautoren Marktpotential für einen First Mover. Es sei eine sehr limitierte spontane Bekanntheit von Brand Entertainment Agenturen zu erkennen. Vorstellungen, was Brand Entertainment genau ist, seien wenig bis nicht vorhanden.

Mehr Ergänzung als Alternative

Wie sehen Sie Marktchancen und Notwendigkeit eines solchen Angebots, wofür halten Sie Brand Entertainment?

Brand Entertainment wird weniger als Alternative, denn als Ergänzung zu den bewährten Einsatzformen von Marketingbudgets gesehen. Das Interesse ist indes erstaunlich hoch.

Wie werden Sie im Vergleich zu klassischen Kommunikationsmassnahmen Brand Entertainment-Aktionen in Zukunft einsetzen?

Bei aller Skepsis gegenüber Absichtserklärungen: Die Stimmung für Brand Entertainment als einer neuen, erfolgversprechenden Kommunikationsdisziplin erscheint gemäss Studie ermutigend.

Auf- und Absteller in der Zusammenarbeit mit Agenturen

Die offenen Fragen nach den häufigsten Auf- und Absteller im Umgang mit Agenturen ergab laut Studienautoren eindeutige und aufschlussreiche Antworten. Es komme deutlich zum Ausdruck, dass Werbespezialisten mit nüchterner Eigenwahrnehmung gute Karten für eine langfristige Zusammenarbeit haben (10 Prozent).

Weit über die Hälfte aller Gesprächspartner monierten, dass sich viele Agenturen zwar als Alleskönner positionierten, dem Kunden jedoch den mühseligen -- und kostspieligen -- Prozess der Erkenntnis überliessen, dass kaum ein Kommunikationsanbieter in allen Disziplinen gleich stark sein kann. (53 Prozent). In jedem dritten Interview wurden Worte wie "Bluff", "Blender" oder gar "Irreführung" verwendet.

"Ich will keine Kreativpreise gewinnen. Ich will messbaren Impact." So oder ähnlich formulierten drei Viertel aller Befragten ihren zunehmenden Unwillen, Award-Gier und Cannes-Sucht ihrer Werber quer zu finanzieren. Die Fokussierung auf Wettbewerb zwischen den Agenturen statt auf die Welt des Kunden sei völlig verkehrt.

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