Das iranische Staatsfernsehen hat die Wahl des iranischen Films "Nader and Simin, A Separation" zum besten fremdsprachigen Beitrag bei der Oscar-Verleihung als Sieg über Israel gefeiert. Der Film habe den Beitrag des "zionistischen Regimes" abgehängt, hiess es. Das Fernsehen berichtete am Montag in nationalistischen Tönen über den Erfolg des Regisseurs Asghar Farhadi. Der israelische Film "Footnote" war in der selben Kategorie für einen Oscar nominiert.
Bei der Oscar-Zeremonie in der Nacht zum Montag sagte Regisseur Farhadi, er hoffe, der Preis werde die reichhaltige Kultur des Iran hervorheben, die "oftmals unter dem dichten Staub der Politik" verborgen liege. Farhadi fügte hinzu, der Erfolg seines Films freue einige in der Regierung, andere aber nicht. Es gebe keine einhellige Meinung. Iranische Filme wurden bei Filmfestivals wie Cannes und Venedig wiederholt ausgezeichnet, doch viele sozialkritische Regisseure müssen in ihrer Heimat wegen des Einflusses Ultrakonservativer Verfolgung und Berufsverbot fürchten.
Die iranische Führung hebt ansonsten sportliche Leistungen und technische Errungenschaften als Quelle des Nationalstolzes hervor. Auf der Website des staatlichen TV-Senders Press TV fanden sich am Montag auch zahlreiche positive Kommentare zum Oscar-Erfolg. Dieser belege das Talent und die Kultiviertheit der Islamischen Republik, hiess es. Zugleich drückten die Verfasser der Kommentare ihre Hoffnung aus, dass die Geschichte über den Aufruhr im Land auch die Gemeinsamkeiten zwischen den USA und dem Iran zeige. "Nader and Simin, A Separation" ist der erste iranische Film, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. (sda/dapd)

