26.09.2010

Sennentuntschi-Verbot

Julia Onken lanciert Debatte

Psychotherapeutin gibt sich kritisch.

Diese Woche hat der Film "Sennentuntschi" des Schweizer Regisseurs Michael Steiner am Zurich Film Festival Premiere gefeiert. Und für Aufregung gesorgt: Eine Frau wird vergewaltigt, was man sieht und hört. Darf man das, eine Vergewaltigung zeigen? Julia Onken, Psychotherapeutin und Buchautorin, gibt sich kritisch. Gegenüber der Zeitung "Sonntag" sagt sie: "Falls diese Szene bei Frauen und Männern Verabscheuung auslöst, ist sie sinnvoll. Aber es besteht die Gefahr, dass so eine Vergewaltigungsszene bei gewissen Männern dazu führt, dass sie stimuliert werden. Das ist eine Katastrophe, über ein Verbot des Films sollte man nachdenken." "Deftig" und "düster" sei der Film, hatte Regisseur Steiner im Vorfeld angekündigt, ein "Mystery-Thriller" und "cinéastisches Experiment", wie er dem "Sonntag" sagte.

Die Geschichte der Älpler-Sex-Puppe, die zum Leben erwacht und sich an ihren Peinigern rächt, hat die Premieren-Besucher geschockt. Elmar Ledergerber etwa, Zürichs langjähriger Stadtpräsident, sagte öffentlich: "Der Film ist sehr krass. Für den Zuschauer ist es nicht einfach, die schwere Kost zu verdauen." Am 14. Oktober startet "Sennentuntschi" in den Schweizer Kinos. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren. Norbert Hochreutener, CVP-Nationalrat aus dem Kanton Bern, setzt sich für Jugendschutz ein und sagt: "Mit Alterslimiten wird grundsätzlich zu lasch umgegangen, sie werden zu tief angesetzt."


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