12.10.2010

Hollywood

Lions Gate buhlt um "James Bond"

Durch Übernahme würde neues Branchen-Schwergewicht entstehen.

Hollywood steht vor einem grossen Umbruch: Die kanadische Medienfirma Lions Gate greift nach dem schwer angeschlagenen Traditionsstudio MGM. Lions Gate habe Metro-Goldwyn-Mayer den Vorschlag unterbreitet, zusammenzugehen, teilten die Kanadier mit. Würde der Plan umgesetzt, entstünde ein neues Schwergewicht in Hollywood. MGM ächzt unter einer Schuldenlast von rund 4 Milliarden Dollar und sucht seit Monaten nach einer Möglichkeit, diese Bürde loszuwerden und gleichzeitig zu überleben. Als wahrscheinlichste Lösung gilt, dass die Gläubiger - grösstenteils Hedgefonds - die Macht übernehmen. Auch über einen Verkauf wird immer wieder spekuliert. Zuletzt fiel der Name eines indischen Mischkonzerns.

Ein Zusammenschluss mit Lions Gate hat einen mächtigen Fürsprecher: den US- Milliardär Carl Icahn. Er besitzt nicht nur etwa ein Drittel an der börsennotierten Lions Gate Entertainment, sondern hat sich nach eigenen Angaben auch einen merklichen Teil der MGM-Schulden gesichert. Icahn stehe hinter den Fusionsplänen, liess Lions Gate wissen. Sollte das Unterfangen gelingen, würden am Ende die Aktionäre von Lions Gate und die Gläubiger von MGM die Kontrolle über die neue Hollywood-Grösse haben. MGM steht unter anderem hinter den "James-Bond"-Filmen. Wegen der Finanzknappheit des Studios verzögert sich der 23. Teil der Bond-Serie beständig. (sda)


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