Mit der Hochzeit des Jahres haben Prinz William und Kate Middleton der britischen Monarchie neuen Glanz verliehen. Das Paar gab sich am Freitag in der Londoner Westminster Abbey das Jawort und zeigte sich danach einer jubelnden Menge von einer Million Menschen. Nach dem Eintreffen der 1900 geladenen Gäste fuhr am Freitagmittag als letzte die Braut in einer Limousine vor der Westminster Abbey vor. Dort lüftete Kate endlich das bestgehütete Geheimnis rund um die Trauung: Sie zeigte sich der Menge in ihrem Brautkleid. Die 29-Jährige trug ein elfenbeinfarbenes Korsagenkleid mit einem V-Ausschnitt, langen Ärmeln und der Schulterpartie aus Spitze, einen Schleier und eine Schleppe. Designerin des Kleids war Sarah Burton, Kreativdirektorin bei Alexander McQueen.
Prinz William trug zur Hochzeit einen roten Uniformrock der Irischen Garde. Die Nummer zwei der britischen Thronfolge nahm seine Braut mit feierlicher Miene am Traualtar in Empfang. Vermählt wurden der Enkel der Queen und die bürgerliche Millionärstochter vom Erzbischof von Canterbury. Auf den grossen Moment musste die Öffentlichkeit nur wenige Minuten warten. Die Gemeinde sang lediglich das Lied "Guide me, O thou great Redeemer", bevor der Erzbischof William und seiner bürgerlichen Braut das Ehegelübde abnahm. Anschliessend erklärte er die beiden zu Mann und Frau. Das Paar trägt seit seiner Vermählung nun den Titel Herzog und Herzogin von Cambridge.
Zu den Gästen in der Kirche zählten Prominente wie Elton John, der Regisseur Guy Ritchie oder der Fussballstar David Beckham. In den ersten Reihen der Kirche sassen neben der Queen und ihrem Ehemann Prinz Philip unter anderem Williams Vater Prinz Charles und dessen zweite Frau Camilla. Aus Europas Königshäusern waren unter anderem Königin Margrethe von Dänemark, Schwedens Thronfolgerin Victoria mit ihrem Mann Daniel und der spanische Kronprinz Felipe mit seiner Frau Letizia dabei. Wer keine Einladung erhalten hatte, musste sich vor der Kirche einen Platz erkämpfen. Bereits viele Stunden vor dem Gottesdienst hatten sich Massen von Fans um die Westminster Abbey und den Palast gedrängt. Nach Angaben der Polizei versammelten sich mehr als eine Million Menschen an den beiden Schausplätzen. Schätzungsweise zwei Milliarden verfolgten die Trauung weltweit im Fernsehen.
Nach der Hochzeit fuhr das Paar bei bedecktem Wetter in einer offenen Kutsche zum Buckingham Palast. Hunderttausende jubelten und kreischten den beiden zu. Als weiterer Höhepunkt des Tages galt der Auftritt des Paars auf dem Balkon des Buckingham Palastes. Mit einem zarten, flüchtigen Kuss bekundete das frisch gebackene Ehepaar dort vor hunderttausenden Schaulustigen seine Liebe. Den Schaulustigen war dies nicht genug - nach Zurufen der Fans küssten sich die beiden ein zweites Mal. Zum Schutz des Hochzeitspaars und seiner Gäste standen mehrere Tausend Sicherheitskräfte im Einsatz. Obwohl das Grossereignis insgesamt friedlich verlief, nahm die Polizei 43 Menschen fest.
Am Nachmittag hatte Queen Elizabeth 600 Gäste zu einem Empfang unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den Buckingham Palast geladen. Am Abend gab Prinz Charles ein feierliches Dinner für 300 Gäste. Verantwortlich für die Verköstigung der Hochzeitsgesellschaft war der Schweizer Starkoch Anton Mosimann. Bei der Party mit Reden und Tanz werden die Queen und ihr Gatte Philip nicht mehr dabei sein. Medienberichten zufolge soll Williams Bruder und Trauzeuge Harry für das Fest bis in den frühen Morgen auch Partymusik und ein deftiges Katerfrühstück organisiert haben.
Ein Geheimnis blieb auch nach dem grossen Moment bestehen: Wo William und Kate ihre Flitterwochen verbringen, war noch immer unklar. In gut zwei Wochen kehrt das Paar bereits in die königliche "Normalität" zurück. William tritt wieder seinen Dienst als Rettungsflieger beim Militär in Wales an, Kate kümmert sich um den Haushalt - und wahrscheinlich um ihre traditionelle Aufgabe als Gemahlin des künftigen Königs von England: den Fortbestand der Monarchie. (sda)

