08.02.2010

Literatur

Plagiatsvorwurf gegen hochgelobte Jungautorin

Bestseller "Axolotl Roadkill" soll teilweise kopiert sein.

Helene Hegemann, die 17-jährige Autorin des Überraschungs- Bestsellers "Axolotl Roadkill", ist unter massive Plagiatsvorwürfe geraten. Auf der Internetseite www.gefuehlskonserve.de wirft ihr der Blogger Deef Pirmasens vor, ganze Passagen ihres Buches aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Roman "Strobo - Technoprosa aus dem Berghain" übernommen zu haben.

Hegemann entschuldigte sich in einer vom Ullstein Verlag verbreiteten Stellungnahme. Sie sei "total gedankenlos und egoistisch" gewesen, weil sie nicht alle Menschen erwähnt habe, deren Gedanken und Texte ihr geholfen hätten. Zugleich verteidigte sie jedoch auch ihre Arbeitsweise. "Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen", schrieb Hegemann. "Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit."

Der Ullstein Verlag, der stolz schon den Ausverkauf der ersten Auflage gemeldet hatte, schob indirekt der jungen Autorin den Schwarzen Peter zu. "Offenkundig hat sie die Tragweite dieser Frage unterschätzt und ist auf Quellen und Zitate aus dem Netz - wie etwa den Blog von Airen - nicht eingegangen", erklärte Geschäftsführerin Siv Bublitz.

Die Geschichte ist deshalb besonders pikant, weil "Axolotl Roadkill" in der deutschen Kulturszene gross mit Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Das Buch eroberte auf Anhieb die Bestsellerlisten.

Die "Zeit" sprach von einem "literarischen Kugelblitz", und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" jubelte: "Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben." Die offizielle Vorstellung des Buches am 19. Februar in Berlin dürfte jetzt jedenfalls besondere Aufmerksamkeit finden. (sda/ads)


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