Wegen seiner regierungskritischen Satiren sitzt der tunesische Fernseh-Produzent Sami Fehri im Gefängnis. Nach Berichten lokaler Medien vom Wochenende wurde ein Haftbefehl gegen Fehri ausgestellt. In seiner Sendung, die bereits zensuriert worden war, hatte er Politikerpuppen auftreten lassen. Vor allem Mitglieder der Regierung im Ursprungsland des arabischen Frühlings fühlen sich durch die Sendung nach dem Vorbild der französischen "Guignols de l'info" gestört.
Gesundheitsminister Abdellatif Mekki verteidigte das Vorgehen gegen die Satiresendung. "Wir müssen die nationalen Symbole, den Präsidenten, den Sprecher des Parlaments, den Regierungschef respektieren", sagte Mekki im Rundfunk. "Kritik muss im Zusammenhang mit Respekt stehen."
Fehri wird nun "illegale Nutzung von Einrichtungen des tunesischen Fernsehen" vorgeworfen. Nach seiner Ansicht soll die Sendung insgesamt verhindert werden. Fehri sagte in Interviews, er gehe mit Würde ins Gefängnis. "All das passiert wegen vier Puppen." (sda)

