17.10.2012

US-Wahlen

Romney erhielt "Heftmappen voller Frauen"

Unglückliche Formulierung kommt Obama zugute.

Im US-Wahlkampf, der bisweilen von Schnitzern der Kandidaten befeuert wird, hat der republikanische Herausforderer Mitt Romney seinen Gegnern neue Munition geliefert. Der technokratisch wirkende Ex-Manager äusserte sich zu den Berufschancen von Frauen. Romney wollte in der zweiten TV-Debatte mit US-Präsident Barack Obama am Dienstag ausführen, wie er sich in seiner Amtszeit als Gouverneur des US- Bundesstaates Massachusetts für Frauen stark gemacht habe. Einmal hätten sich auf eine von ihm ausgeschriebene Stelle nur Männer beworben, erzählte Romney. Da habe er seine Leute losgeschickt, um Frauen zu suchen, die qualifiziert genug wären, in seinem Kabinett zu dienen. Er habe sich an Frauengruppen gewandt, mit der Bitte ihm bei der Suche zu helfen. Die hätten ihm dann "ganze Heftmappen voller Frauen" ("whole binders full of women") gebracht, sagte Romney.

Die wenig elegante Formulierung dürfte dem Republikaner nicht helfen, seinen gemäss Umfragen beträchtlichen Rückstand bei den weiblichen Wahlberechtigten aufzuholen. Präsident Obama hatte in seiner Antwort zuvor ausführlich den beruflichen Ehrgeiz und die Intelligenz seiner 2008 verstorbenen Grossmutter gewürdigt. (sda/dpa)


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