13.07.2007

SRG

Schweizer Filmpreis als Quotenbringer?

Live-Übertragung ab 2009 ein Thema.

Bei der SRG überlegt man offenbar, künftig die Verleihung des Schweizer Filmpreises auf die heimischen Bildschirme zu bringen. "Bei der SRG SSR Idée besteht ein gewisses Interesse, den Schweizer Filmpreis ab 2009 zu übertragen", sagt Daniel Steiner, Mediensprecher der SRG, in der Aargauer Zeitung von Freitag. Das Thema müsse aber zuerst zwischen den sprachregionalen Sendern SF, TSR und TSI diskutiert werden, so Steiner weiter.

Die heimische Filmindustrie ist naturgemäss erfreut darüber, dass die SRG laut über eine Übertragung der Presivergabe nachdenkt. "Für die Schweizer Filmszene sind das Goodnews", frohlockt Micha Schiwow, Direktor von Swiss Films und Organisator der Gala, in der AZ. Die SRG unterstützt das heimische Filmschaffen mit jährlich 19,3 Millionen Franken. Sie könnte mit dem Filmpreis so eigene "Produkte" pushen.

Doch das Engagement kann auch daneben gehen. Samstagabendshows müssen Quoten-Zugpferde sein, Flops wie zuletzt "Ein roter Teppich für . . ." und "VIParade" provozieren Häme für das Schweizer Fernsehen. Mit dem bisherigen Mittwochabendtermin sei der Filmpreis auf SF noch weit vom Quotenniveau des Samstagabends entfernt gewesen, heisst es in der Aargauer Zeitung. Ob sich die Differenz mit einem besseren Sendeplatz wettmachen liesse, sei fraglich.

"Ich hätte doch einige Bedenken, den Anlass 1:1 zu übertragen", lässt sich Madeleine Hirsiger, die Leiterin der Redaktion Fernsehfilm beim SF, von der Zeitung zitieren. "Der Schweizer Film ist zwar populärer geworden, der Filmpreis ist aber noch zu wenig professionell organisiert. Er bräuchte mehr Glamour und eine fernsehgerechte Dramaturgie." Dieser Meinung soll übrigens auch Direktorin Ingrid Deltenre sein.


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