Grosserfolg für die Ausstellung historischer Schweizer Originalplakate in der Villa Bührle im Zürcher Seefeld. Bei den ausgestellten Exponaten handelt es sich um einen repräsentativen Querschnitt aus der Sammlung der Zürcher Kommunikationsfrau und langjährigen Werberin Beatrice Müller.
Gegen 5000 Besucher hätten ihre Werke bereits angeschaut, so die Sammlerin gegenüber persoenlich.com. Mit diesem Grossaufmarsch habe sie nicht gerechnet. Dass ihre Plakate ausgestellt werden können, sei auch der unentgeltlichen Mithilfe ihrer Freundinnen zu verdanken. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch viele Vertreter der Werbe- und Kommunikationsbranche wie Geri Aebi, Irène Hiltpold, Dominique von Matt oder Fotograf Alberto Venzago, der im nächsten Jahr auch im Bührle-Museum seine Gauguin-Bilder zeigen wird. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass der Besucherstrom auch an einem ganz normalen Wochentag nicht versiegt.
Visuelle Ikonen wie Hodler oder Giacometti
Die gezeigten Objekte, die noch bis zu diesem Sonntag zu sehen sind, hat Beatrice Müller während der letzten 30 Jahre gesammelt. Sie geben einen repräsentativen Querschnitt durch das Schweizer Plakatschaffen der vergangenen 120 Jahre.
Einst als reine Reklame gedruckt, haben sie den Wandel der Zeit überdauert und gelten heute als Kunstwerke. Wie Hodlers Genferseelandschaften oder Giacomettis Skulpturen in der Kunst gelten einige der gezeigten Exponate heute als Ikonen der Plakatkunst und gehören zum visuellen Gedächtnis der Eidgenossenschaft. Dies betrifft vor allem die touristischen Motive von Matterhorn, St. Moritz oder Zürich. Gerade in der Plakatkunst war die Schweiz weltweit führend. Mitte der Dreissigerjahre bezeichnete der deutsche Grafiker und Publizist Karl Frenzel die Schweiz als «das Land der guten Plakate».
Namhafte Maler beauftragt
Um aus der Masse herauszustechen, beauftragten die Tourismusbüros renommierte Maler mit der Gestaltung ihrer Plakate. Zu den gezeigten Werken gehört Emil Cardinaux' «Matterhorn»-Plakat von 1908, das als erstes modernes Schweizer Plakat gilt. Weiter vertreten sind bekannte Namen wie Burkhard Mangold, Otto Baumberger, Cuno Amiet, Augusto Giacometti, Alois Carigiet, Walter Herdeg, Herbert Matter, Martin Peikert, Niklaus Stoecklin, Herbert Leupin sowie die «Swiss Style»-Vertreter Armin Hoffmann und Josef Müller-Brockmann.
Erst in den sechziger Jahren wurden die Maler durch Werbeagenturen abgelöst. Damit endete auch die gemalte Lithografie, die anschliessend durch Fotografie und Offsetdruck ersetzt wurde. Wie Beatrice Müller gegenüber persoenlich.com durchblicken liess, wolle sie mit ihrer Ausstellung auch ein Zeichen gegen mögliche Plakatverbote setzen. Sie plane bereits, ihre hochwertige Plakatsammlung auch in weiteren Städten zu zeigen.

