07.11.2010

Harald Naegeli

Sprayer greift Stadt Zürich an

Streit um den Totentanz.

Der Sprayer von Zürich, Harald Naegeli, hat sich mit seiner Stadt nicht versöhnt. "Versöhnung ist das Dümmste, was man machen, dann hat man verspielt", sagt er dem "Sonntag". Viel wichtiger sei es, "mit Kultur Widerstand zu leisten". Hintergrund der unversöhnlichen Haltung Naegelis ist ein Streit um den Totentanz, den Naegeli im Zürcher Grossmünster sprayen will. "Seit Jahren bemühe ich mich darum", sagt er, "aber Pfarrerin Käthi La Roche ist eine entschiedene Gegnerin von mir, sie ist radikal gegen einen Totentanz. Das ist Puritanismus, Bilderfeindlichkeit, sturer blutrünstiger Zwinglianismus."

Den Zürcher Kunstpreis würde Naegeli nicht annehmen, sondern gleich an eine gemeinnützige Organisation weiter geben. Er rät jungen Künstlern zudem, die Finger von Kunst zu lassen. "Macht keine Sprays, macht keine Kunst. Es gibt zuviel davon", sagt er dem "Sonntag". Es mache keinen Sinn, Kunst zu studieren. "Entweder ist man Künstler, dann geht's von alleine - oder man hat irgend etwas zum verkaufen".


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