07.12.2010

Herbert Grönemeyer

Steckt im Textwahn

2011 kommt Sänger mit neuem Album auf Tournee in die Schweiz.

Herbert Grönemeyer steckt mitten im Textwahn für sein neues Album, das am 18. März 2011 erscheinen soll. Die anschliessende Tournée wird ihn am 23. Juni auch ins Stade de Suisse in Bern führen. "Ich stehe morgens um sechs auf, schreibe mir etwas auf, was mir in der Nacht eingefallen ist, um elf lese ich das dann noch mal und stelle fest: Das war der völlige Mist", sagte der 54-Jährige am Dienstag vor den Medien. Oft lese er die Texte seinen Kindern vor, die sich dann die Haare rauften und fragten: "Was hast Du denn heute wieder genommen?"

Die erste Single-Auskopplung will er Anfang Februar veröffentlichen. Die Musik für die neuen Songs sei schon fertig. "Ein bisschen druckvoller als "12", gitarrenlastiger. Es gibt natürlich auch Klaviergeschichten, aber mehr Gitarren." Er freue sich schon auf die am 31. Mai nächsten Jahres beginnende Tour. Auf dem neuen Album gehe es "auch um einen gewissen Gleichmut. Ich glaube, es gibt so eine neue deutsche Gelassenheit", erklärte er. Die Briten etwa wunderten sich, dass die normalerweise "nervous germans" in der Rezession "verwunderlich entspannt" sind, meinte der in London und Berlin lebende Künstler. Dieses Gefühl versuche er einzufangen.

Auch als Schauspieler will Grönemeyer, der jüngst für den Kinofilm "The American" mit George Clooney erstmals eine Filmmusik schrieb, in Zukunft wieder aktiv sein. "Anton Corbijn, der ihn gedreht hat, plant einen Film, wo er gern mit mir auch als Schauspieler arbeiten würde", berichtete er.

Das Projekt komme entweder 2012 oder 2013. Es gehe um einen Krimi, der auch in Hamburg gedreht werden soll - mehr könne er nicht verraten. Dafür witzelte er erneut über sein Projekt für das Jahr 2045: sein letztes Konzert in der Kurmuschel von Helgoland zu geben. "Die Tour nächstes Jahr ist nur Trainingsprogramm für dieses Konzert."

Auf der Pressekonferenz immer wieder zu Weihnachten befragt, meinte der Sänger: "Vielleicht fällt mir irgendwann nichts mehr ein. Dann mache ich ein Weihnachtsalbum - aber so weit bin ich noch nicht." (sda)


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