In einer Gala am Sonntagabend im Casino Kursaal Interlaken sind die Prix Walo 2006 für die beliebtesten Schweizer Unterhaltungskünstler vergeben worden. Den Publikumspreis gewann die Schauspielerin Stephanie Glaser. Den Prix Walo-Publikumsliebling ermittelte das TV-Publikum während der vom Sender 3+ live übertragenen Show per Telefonanruf.
Als Publikumsliebling des Jahres 2006 vereinte die 87-jährige Stephanie Glaser am meisten Zuschauerstimmen auf sich. Die grosse Dame des Schweizer Films setzte sich gegen acht weitere von einer Jury nominierten Unterhaltungskünstler und -künstlerinnen durch.
Den Ehren-Prix-Walo konnte der 87-jährige Volksschauspieler Walter Roderer für sein Lebenswerk in Empfang nehmen. Der Ehren-Prix-Walo wird vom Vorstand des Vereins Show Szene Schweiz vergeben, welcher die Prix-Walo-Verleihungen organisiert.
Cornelia Boesch ist Newcomerin des Jahres
In den anderen acht Sparten ermittelte eine Jury die Gewinner. Als "Newcomerin" des Jahres 2006 erkor sie Cornelia Boesch. Von der Mitternachts-"Tagesschau" des Schweizer Fernsehens kam Boesch als Vertretung von Susanne Wille, die eine Babypause einlegte, zum Nachrichtenmagazin "10 vor 10", was ihr Popularität verschaffte.
In der Sparte "Pop/Rock" gewann die Band Lovebugs. Die fünf Basler erschliessen seit 13 Jahren immer wieder neue Horizonte. Der Rückblick 2006 liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: Support Act bei Reamonn in Deutschland und beim Rolling Stones-Konzert in der Schweiz sowie eine ausverkaufte Clubtour durch die Schweiz.
Der Prix Walo in der Sparte "Theaterproduktionen" ging an Karl's kühne Gassenschau. Die wirbelnden Darsteller und Darstellerinnen zogen auch 2006 mit ihrem Baustellen-Spektakel "Silo 8" in einer Winterthurer Kiesgrube das Publikum massenhaft an. Die Gassenschau bietet ein Stück skurriler Sozialgroteske auch übers Altern.
Bei "Kabarett/Comedy" war das Duo Divertimento erfolgreich. Manuel Burkart und Jonny Fischer absolvierten 2006 über 120 Vorstellungen und traten in Marco Rimas Kinofilm "Handyman" auf. Ihr Programm "zuvieliStation" brilliert mit pointierten Texten, überzeugender Mimik und - so die Jury - "wohltuender" Musik.
Publikumsliebling Stephanie Glaser wurde von der Fachjury auch zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Sie spielt im erfolgreichen Kinofilm "Die Herbstzeitlosen" eine über 80-jährige Schneiderin, die sich mit einer Lingerie-Boutique gegen Emmentaler Hinterwäldler auflehnt. Die rüstige Mimin füllt dabei die Leinwand jederzeit.
In der Sparte "Schlager/Chanson" holte sich ChueLee den Preis. Die beiden Entlebucher Christian Duss und Willy Vogel mit Band treten pro Jahr gegen 120 Mal auf. Für den urchigen und frechen Sound dient die Schweizer Volksmusik als Basis, hinzu kommt eine Prise Pop und Rock. Dazu wird kräftig gesungen und gejodelt.
'Die Herbstzeitlosen' gewinnt Filmpreis
Der Prix Walo in der Sparte "Filmproduktionen" ging an "Die Herbstzeitlosen". Das Werk der Regisseurin Bettina Oberli über die Eröffnung einer Lingerie-Boutique durch eine von Stephanie Glaser gespielte Schneiderin war 2006 der beliebteste Kinofilm. Er gehört zu den fünf erfolgreichsten Schweizer Filmen der letzten 25 Jahre.

