Die US-Filmwirtschaftsbehörde Motion Picture Association of America (MPAA) ist in Verhandlungen mit der unabhängigen Federal Communications Commission (FCC) eingetreten, um eine Verkürzung der Sperrfristen bei der Verwertung von Kinofilmen zu erreichen. Als Resultat könnten die neuesten Hollywood-Blockbuster bald wesentlich früher im TV zu sehen sein als bisher.
Was auf den ersten Blick nach einem für Konsumenten prinzipiell wünschenswerten Schritt aussieht, hat aber einen entscheidenden Haken. So fordert die MPAA laut einem Bericht des Branchenportals Cnet die FCC im Gegenzug für eine frühere TV-Freigabe dazu auf, den Mitschnitt aktueller Filme aus dem Fernsehprogramm durch digitale Videorekorder zu verbieten. Zur Erreichung ihrer Ziele hat die MPAA auf Druck der Studios von Paramount, Sony, 20th Century Fox, Universal, Walt Disney und Warner Brothers vergangenen Freitag ein eigenes Verfahren eingeleitet. Eine Entscheidung wird noch für diesen Sommer erwartet.
Hintergrund des aktuellen Vorstosses der MPAA ist der zunehmend stärkere Wunsch der Filmstudios, Kabel- und Satelliten-TV-Programme als neuen Vertriebskanal für ihre Produktionen zu erschliessen. Zu diesem Zweck könnten neue Kinofilme den Vorstellungen der US-Filmwirtschaft zufolge bereits früher zur Verfügung gestellt werden als beispielsweise auf DVD. Derartige Premium-Angebote wären natürlich mit Extrakosten verbunden, kämen den Nutzern aber im Vergleich insgesamt billiger als der Gang ins Kino.
Um das Risiko von Piraterie zu verringern, will die MPAA die Technik der so genannten "Selectable Output Control" einsetzen, die von der FCC bereits im Jahr 2003 verboten worden ist. Diese Methode ist eine Form des Kopierschutzes, die es den TV-Anstalten selbst ermöglichen soll zu entscheiden, ob der Zuschauer den Kino-Blockbuster aufnehmen kann oder nicht. (pte)

