Im Duell zwischen der Musikindustrie und Steve Jobs hat Universal Music ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der zur Vivendi-Gruppe gehörende Musikverlag weigert sich, seinen Vertrag mit Apple, Titel aus seinem Musikkatalog über iTunes zu verkaufen, um ein weiteres Jahr zu verlängern. Damit protestiert Universal gegen die Einheitspreispolitik auf iTunes, berichtet die New York Times. Stattdessen pocht Universal auf kurzfristige Verträge mit dem digitalen Musikshop, um so die Preise selbst zu bestimmen. Konkurrent Sony BMG m verlängerte vergangene Woche seinen Vertrag mit iTunes um ein weiteres Jahr.
Derzeit kostet bei iTunes jeder Titel -- bis auf den kopierschutzfreien Musikkatalog von EMI -- 99 Cent. Ausserdem passt den Musikkonzernen nicht, dass über iTunes gekaufte Musiktitel nur auf dem iPod, nicht aber auf anderen MP3-Playern, abspielbar sind. Sollte iTunes auf Universals Forderung nicht eingehen, riskiert das Plattenlabel wichtige Einnahmen zu verlieren. Der Verkauf digitaler Musik über diverse Musikplattformen im Internet machte bei Universal im ersten Quartal dieses Jahres 15 Prozent der gesamten Einnahmen aus und brachte über 200 Mio. Dollar ein. iTunes würde im Gegenzug einen bedeutsamen Musikherausgeber verlieren, bei dem Eminem, 50 Cent, Sting und U2 unter Vertrag stehen. Jedes dritte Release, das in den USA herauskommt, stammt laut Nielsen SoundScan von Universal.
Branchenbeobachter warnen davor, Jobs herauszufordern. "Wenn die Kunden iPod-Fans sind, gegen wen richtet sich dieser Schritt?", fragt etwa der Anwalt Ken Hertz, der Musiker wie Beyonce und Black Eyed Peas vertritt. Mit 100 Mio. verkauften iPods hat es iTunes zu den Marktführern am Markt für digitale Musik geschafft und beansprucht 76 Prozent der Anteile für sich. Kürzlich überholte Apple Amazon und rangiert laut Angaben der Marktforscher bei NPD nun hinter Wal-mart und Best Buy als drittgrösster Musikhändler in den USA. (pte)

