06.10.2003

Wirz

Antirassismus-Kampagne lanciert

"Wie kommen eigentlich die Juden zu ihrem Geld?"

Seit vergangener Woche ist eine landesweite Kampagne gegen Rassismus und Antisemitismus zu sehen. Plakate, Inserate und Spots erinnern an antisemitische Klischees und rassistische Vorurteile. Wer genauer hinsieht, entlarvt sich möglicherweise selber: Als Teil der schweigenden Mehrheit, an die sich die Kampagne richtet. Dahinter steht die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA).

"Woher haben die Kosovo-Albaner ihre Autoradios?" Diesen und ähnlich irritierenden Fragen zum Alltag von Minderheiten in der Schweiz wird man ab dem 1. Oktober 2003 landesweit begegnen. Aber wer eine rassistisch pointierte Antwort darauf erwartet, wird enttäuscht. "Aus dem Fachgeschäft, wie die meisten Schweizer auch", lautet die klein gedruckte, unspektakuläre Auskunft. Solche Botschaften sind Teil der Kampagne "Gemeinsam gegen Rassismus und Antisemitismus". Sie richten sich an alle, die zwar keine rassistisch oder antisemitisch gefärbten Witze erzählen, aber darüber lachen. Kurz: die schweigende Mehrheit.

"Wir wollen die Gesellschaft für diese Themen sensibilisieren und zum Nachdenken über eigenes Verhalten auffordern", erläutert Sigi Feigel, Präsident der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA), Sinn und Zweck der Kampagne. Die Plakate, Inserate, TV- und Kinospots sollen zum vermehrte Gespräch über Antisemitismus, Rassismus, und Ausgrenzung in der Schweiz anregen. "Schliesslich macht sich moralisch mitschuldig, wer Rassismus und Antisemitismus toleriert, anstatt etwas dagegen zu unternehmen", ist Initiant Feigel überzeugt.

Der Stil der Kampagne ist bewusst provozierend, aufrüttelnd und will die AdressatInnen miteinbeziehen. Die farbig illustrierten Botschaften entfalten ihre Wirksamkeit gerade dadurch, dass sie ihre EmpfängerInnen zuerst zum Lachen bringen, um sie nach einem zweiten Blick nachdenklich werden zu lassen.

Verantwortlich bei der Stiftung gegen Rasismus und Antisemitismus: Sigi Feigel (Präsident); verantwortlich bei Wirz Werbung, Zürich: Hanspeter Schweizer (Creative Direction), John Leuppi (Text), Rolf Kälin (Art Direction), Tobias Fluck (Grafik/Illustration), Philipp Schaufelberger (Illustration), Nicole Brunner (Beratung), Simon Walter (Strategische Planung), Kerstin Reulen/Melanie Auerbach (Agency Producing); verantwortlich für die Kino-/TV-Produktion: Florian Heger, Benno Gut, Markus Gyhr, Ultra Images AG, Zürich; verantwortlich für die Musik: Lodewijk Pöttker / Massive Music, Amsterdam; Sponsoren der Kampagne: Eidg. Departement des Innern (EDI), Cinecom AG, SAT.1 Schweiz, Clear Channel Plakanda Schweiz, Verband Schweizer Presse, e-advertising AG, Ultra Images AG, Schwarz Film AG, JingleJungle AG, Swiss Effects AG,Wirz Werbung AG, Wirz PR AG.

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