17.06.2026

Dialektpanne

Das «Leibli» sitzt, aber die Sprache nicht

Ein Plakat am Zürcher Hauptbahnhof sorgt für Aufsehen – und zeigt, wie schnell Social Media eine Werbekampagne einholen kann. Und wie ein deutscher Firmenchef mit einer Schweizerdeutschen Dialektpanne umgeht.
Dialektpanne: Das «Leibli» sitzt, aber die Sprache nicht
Das Corpus Delicti: Das Mey-Plakat am Zürcher Hauptbahnhof, fotografiert am Mittwochmorgen. (Bild: persoenlich.com/cbe)

Am Zürcher Hauptbahnhof hängt derzeit eine Plakatkampagne des deutschen Wäscheherstellers Mey mit dem Slogan «Sprint zum Zug. Leibli sitzt. Alles guet.» Und als wäre das nicht genug, wiederholt der Subtext den Fehler gleich nochmals: «S'Leibli mit Anti-Schwitzfleck-Garantie.»

Möglicherweise Schweissperlen auf der Stirn hatte Blick-Journalist Thomas Benkö, als er das Plakat entdeckte. Er reagierte auf LinkedIn prompt: «LEIBLI?! Arrrggghhh …» Sein Fazit war unmissverständlich: «Sprache muss genauso gut sitzen wie ein T-Shirt: Es heisst ‹Liibli›.» Der Post verbreitete sich rasch und sammelte zahlreiche Reaktionen.

Bereits kurz nach Benkös Post hatte sich Matthias Mey, Managing Partner der Mey GmbH & Co, direkt bei ihm gemeldet und den Fehler eingestanden. Auf Anfrage von persoenlich.com erklärt Mey, der Fehler sei intern passiert, «auch aufgrund dessen, dass die sonst verantwortliche Person für Kampagnen im Urlaub war». Die Plakate hingen noch bis Sonntag und liefen dann ohnehin aus.

«Fakt ist, Leibli oder Liibli hängt auch ein wenig vom Kanton ab», verteidigt sich Mey. Tatsächlich heisst es in den Kommentaren unter Benkös Post, dass «Leibli» zumindest in Nidwalden funktionieren würde. Mey kündigt nun an, die Schreibweise für künftige Kampagnen kantonal anzupassen.

Die Kampagne hat übrigens ihren Ursprung nicht etwa bei einer deutschen Agentur. Mey habe im vergangenen Jahr ein Projekt mit der Hochschule St. Gallen durchgeführt – dabei sei auch diese Kampagne entstanden. «Die Idee ist Schweizer Ursprung», schreibt der Chef mit einem Augenzwinkern.


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KOMMENTARE

Christine Loriol
19.06.2026 14:05 Uhr
Weil es noch früh genug ist, es nicht auch dieses Jahr wieder zu tun: Im Dialekt gibt es keinen "Wienachtsmaa". "iichaufe" eigentlich auch nicht. Wir mussten Ende 80er beim Lokalradio (Zürisee) noch in den Dialektkurs... Ich fands toll.
Ursula Trunz
18.06.2026 19:13 Uhr
Auch Möbel Pfister sollte aufpassen: "Da wird St. Gallä gfallä" sagt z Sanggale niemand.
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