27.07.2026

Nach der Arbeit

«Ich träume das ganze Jahr von der nächsten Etappe»

Tagsüber ist er Strategiechef in der von ihm mitgegründeten Agentur Creatives in Lausanne. Einmal aus dem Büro raus plant Mathieu Fouvy die nächste Reise auf dem Segelboot. Was er an seinem Hobby am meisten schätzt, verrät er in unserer Sommerserie.
Nach der Arbeit: «Ich träume das ganze Jahr von der nächsten Etappe»
«Nach der Luft hat mich das Wasser ergriffen: dieselbe Freiheit, aber mit der Langsamkeit der Zeit und den Kräften der Natur», so Mathieu Fouvy, Mitgründer von Creatives in Lausanne. (Bilder: zVg)

Mathieu Fouvy, wann und wie sind Sie zu Ihrem Hobby gekommen?
Meine Abenteuerlust ist nicht neu. Ich habe die Weite schon immer geliebt und bin seit 30 Jahren Helikopterpilot und Gleitschirmflieger. 2022 kam das Segeln auf dem Meer dazu, mit einem ersten Katamaran-Törn (nautischer Begriff für Reise, Anm. d. Red.) in Griechenland, mit Familie und Freunden.

Was hat Sie so gepackt, dass Sie dabeigeblieben sind?
Nach der Luft hat mich das Wasser ergriffen: dieselbe Freiheit, aber mit der Langsamkeit der Zeit und den Kräften der Natur. 2025 machte ich mein Skipper-Brevet in Kroatien, dieses Jahr den Schweizer Hochseeschein.

Wie viel Raum nimmt das Hobby in Ihrem Leben ein – zeitlich, aber auch gedanklich?
Zeitlich begrenzt, gedanklich allgegenwärtig: Ich plane, lerne und träume das ganze Jahr von der nächsten Etappe – seit drei Jahrzehnten zwischen Himmel und Meer.

Wie haben Ihre Arbeitskollegen reagiert, als Sie zum ersten Mal von Ihrem Hobby erzählt haben?
Wenig überrascht: Sie kennen mich bereits als Pilot. Das Segeln fügt sich ganz natürlich in diese Abenteurer-Geschichte ein.

Wie gestaltet sich die Vereinbarkeit zwischen Job und Hobby?
Mit guter Planung machbar. Ich bündle die Törns in den Ferien und nutze die Zwischensaison.

Was finden Sie in Ihrem Hobby, was Ihnen der Beruf nicht gibt?
Echte Stille, die unmittelbaren Konsequenzen meiner Entscheidungen und das Loslassen der digitalen Reizüberflutung – das, was ich in der Weite seit jeher suche.

Gibt es etwas – eine Fähigkeit, eine Haltung, eine Denkweise –, das Sie aus Ihrem Hobby in den Beruf mitbringen? Und umgekehrt?
Segeln ist vor allem Teamsache: Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit sind zentral. Ich bringe Gelassenheit unter Druck mit – und an Bord meine Erfahrung als Partner bei Creatives.

Haben Sie schon damit geliebäugelt, Ihr Hobby zum Beruf zu machen?
Verlockend, aber nein – gerade der Kontrast zu meiner Arbeit macht es wertvoll.

Wenn sich nun jemand von Ihrem Hobby inspiriert fühlt: Haben Sie Tipps für einen problemlosen Einstieg?
Segeln bezieht die Familie leicht mit ein: Meine Partnerin Nathalie und unsere Kinder haben dieses Jahr in Kroatien ebenfalls ihr Brevet gemacht. Fangen Sie als Crew-Mitglied an, machen Sie dann eine Lizenz; eine begleitete Woche im Mittelmeer ist ideal.

Welches nächste grosse Ziel oder Projekt haben Sie sich für Ihr Hobby gesetzt?
Diesen Sommer eine Mittelmeer-Überquerung und für nächstes Jahr eine Transatlantik-Überquerung.



In der Sommerserie «Nach der Arbeit» stellt persoenlich.com zehn Fragen an Menschen aus der Medien- und Kommunikationsbranche, die neben dem Beruf einer besonderen Leidenschaft nachgehen. Eine Übersicht aller bisher erschienenen Folgen finden Sie hier.


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