Nicht nur Hunde markieren ihr Revier, auch viele Hamburger Männer folgen offenbar dem selben Urin. Und die St. Paulianer haben hiervon schon lange die Nase voll: Urinieren am Strassenrand, an Häuserwänden und Bäumen, auf Spielplätzen, Grünflächen und anderen Orten in der Öffentlichkeit. Sowohl Mitarbeiter der Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG), die auf St. Pauli als Sanierungsträger arbeiten, als auch Mitarbeiter der deutschen Werbeagentur Jung von Matt waren sich einig, dass man diese Belästigung nicht einfach so hinnehmen muss. Gemeinsam entwickelten sie eine provokante Kampagne gegen Eckenpisser, die am 20. August startete.
Die "draussen bleibt er drin"-Kampagne wird von der Behörde für Bau und Verkehr, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, der IG St. Pauli und der Stadtreinigung Hamburg gefördert. Jung von Matt stellte ihre Kreativleistungen kostenfrei für die Aktion zur Verfügung.
Mit drei Plakatmotiven, die an 40 Standorten im Sanierungsgebiet Wohlwillstrasse nördlich der Reeperbahn für gut zwei Wochen aufgehängt wurden, und der Internetseite http://www.draussen-bleibt-er-drin.de wird öffentlichkeitswirksam auf das Problem aufmerksam gemacht. Damit wird an die Herren der Schöpfung appelliert, den Hamburger Stadtteil nicht weiter gedankenlos als Freiluftklo zu missbrauchen.
"Die Plakatmotive weisen sehr deutlich darauf hin, dass in St. Pauli viele Menschen leben, die keine Lust haben, immer darauf zu achten, dass sie eine pinkelfreie Zone zum Spielen oder Hinsetzen finden", so Ralf Starke, Gebietsbetreuer der STEG für das Sanierungsgebiet.

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