23.01.2026

Goal

Volkspartei wirbt mit rotem Teufel

Im Abstimmungskampf um die Halbierungsinitiative setzt die SVP auf ein Plakat mit drastischer Bildsprache. Das Motiv steht im Kontrast zum harmlosen visuellen Auftritt des Initiativkomitees. Beide stammen von der gleichen Agentur.

Das Sujet zeigt eine Comicfigur, die aus einem Fernseher blickt und eine SRG-Fernbedienung sowie Geldmünzen in den Händen hält. Der Slogan lautet: «Linke Gebührenhölle stoppen! SRG 200 Fr. sind genug!».

Peter Keller, stellvertretender Generalsekretär der SVP Schweiz, bestätigt auf Anfrage, dass die Kantonalparteien das Plakat über die nationale Partei bestellen und für die Wildplakatierung nutzen konnten.

Die Stiftung für direkte Demokratie kritisiert das Plakat in einem Blogbeitrag. Daniel Graf bezeichnet die Bildsprache als Polarisierung und Dämonisierung. Er verweist auf die Agentur Goal von Alexander Segert, die bereits frühere SVP-Kampagnen mit umstrittenen Sujets wie schwarzen Schafen oder Minaretten als Raketen gestaltete.

Das offizielle überparteiliche Ja-Komitee zur Halbierungsinitiative setzt hingegen auf eine andere Bildsprache. Deren Plakate zeigen freundliche Gesichter von zufriedenen Personen (persoenlich.com berichtete). SVP-Nationalrat Gregor Rutz erklärte, bei einer Ja-Kampagne gehe es darum, Vertrauen zu schaffen. Provokative Sujets seien ungeeignet, da sie eine Nein-Botschaft transportieren würden.

Eine aktuelle Umfrage zeigt 50 Prozent Ja- und 48 Prozent Nein-Stimmen zur Initiative. Die Abstimmung findet am 8. März statt. (cbe)


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KOMMENTARE

Eva Meier
16.02.2026 09:13 Uhr
Die Kommentare hier zeigen, wo das Problem liegt und was zu einem Erfolg der Initianten führen könnte: Überheblichkeit!
Hans-Ueli Flückiger
15.02.2026 15:19 Uhr
Gibt es noch SVP-Politiker, die für eine echte Demokratie sind und hinter dieser Partei stehen können? Hier geht es um 27 Rappen pro Tag, also eine Ersparnis von einer Tasse Kaffee im Restaurant alle 17 Tage! Wirklich etwas fürs "Volch".
Hannelore Hoenig
28.01.2026 09:41 Uhr
Gut für die Gegner, wenn die Befürworter solche Propaganda machen. Schlimm, ganz schlimm. Erstaunt, dass die intelligenteren SVP-Politiker hinter so was stehen (können).
Ursula Trunz
26.01.2026 15:55 Uhr
Eine solche Kampagne kann ein mündiger und vernünftiger Mensch nicht mehr ernst nehmen. @Stefan Widmer: Der Kinder-/Sandkasten-/Bagger-Vergleich ist gut!
Walter Matzinger
23.01.2026 23:22 Uhr
Das Plakat zeigt eindeutig um.was es den Befürwortern geht: "Nur die "Rechten" sehens richtig und wollen die Leute von der "Hölle anderer Meinungen und Ansichten" bewahren. Echt Stil SVP, unsere Meinung und Anschauung ist das einzig wahre und bewahrende, alle andern Ansichten und führen in die Hölle! Hoffen wir auf denkende und analysierende Stimmbürger, die die Sache durchschauen und mit einem NEIN die gelbe Karte zeigen!
Stefan Widmer
23.01.2026 18:25 Uhr
Immerhin. Hier reden sie Klartext. Es geht ihnen gegen „Links“. Es geht nicht darum, dass Leute Geld sparen, oder sonstiges. Es ist klar. Sie sind rechts und hassen links. Eine Partei für 12Jährige, so sieht das Plakat aus, so argumentieren sie. Wie Trump. Kleine, gekränkte Kinder, denen man im Sandkasten den Bagger weggenommen hat. Werdet erwachsen, übernehmt endlich Verantwortung für die wirklich wichtigen Dinge.
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