Das Wachstum verteilt sich ungleich auf die beiden Märkte: Während die Erträge in der Schweiz um 11 Prozent auf 156,4 Millionen Franken zulegten, gingen sie im Auslandsgeschäft in Serbien währungsbedingt um 0,5 Prozent zurück. In Lokalwährung resultierte dort ein leichtes Plus von 2,2 Prozent. Auf Stufe EBITDA verbesserte sich die Marge von 13,2 auf 13,5 Prozent, das EBIT stieg um 24,9 Prozent auf 18,6 Millionen Franken. Das Unternehmen weist selber darauf hin, dass in diesen Zahlen zwei gegenläufige Sondereffekte enthalten sind: ein Gewinn von 3,6 Millionen Franken aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Aarau sowie eine Zahlung von 2,8 Millionen Franken infolge eines verlorenen Schiedsgerichtsverfahrens. Bereinigt um diese Effekte liegt das EBIT-Wachstum bei 20,1 Prozent, jenes des Konzernergebnisses bei 19,1 Prozent.
Der operative Cashflow verbesserte sich von nahezu null (26'000 Franken im Vorjahr) auf fünf Millionen Franken, der Free Cashflow drehte von minus 4,6 Millionen auf plus fünf Millionen Franken ins Positive – begünstigt durch den erwähnten Liegenschaftsverkauf. Gleichzeitig sank die Bilanzsumme um 25,6 Millionen auf 155,8 Millionen Franken, die liquiden Mittel reduzierten sich von 53 auf 22,3 Millionen Franken. Der Rückgang ist gemäss Aktionärsbrief hauptsächlich auf die im April ausgeschüttete Dividende von zwölf Franken brutto pro Aktie (insgesamt rund 36 Millionen Franken) zurückzuführen. Der Eigenfinanzierungsgrad liegt per Stichtag bei 33,5 Prozent.
In Serbien, wo die APG über die Tochtergesellschaft Alma Quattro rund 4,4 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet, wurde die Schadenersatzklage gegen den Staat vor dem Schiedsgericht des ICSID abgewiesen. Die APG wurde im Gegenzug zu einer Zahlung von 2,8 Millionen Franken an Serbien verpflichtet. Der 2017 abgeschlossene Vertrag mit der Stadt Belgrad bleibt davon unberührt.
Auf Ebene der Aktionärsstruktur bestätigt der Aktionärsbrief den bereits vollzogenen Ausbau der NZZ-Beteiligung an der APG von 25 auf 45 Prozent per 30. April 2026 (persoenlich.com berichtete). Neu wurde im Verwaltungsrat im Zuge dieser Verschiebung die Funktion eines Lead Independent Director geschaffen, die Maya Bundt übernimmt.
Auch personell bestätigt der Aktionärsbrief bereits bekannte Weichenstellungen: Die im April vollzogene Wahl von Felix Graf zum Verwaltungsratspräsidenten sowie die Ernennung von Guido Trevisan zum neuen Leiter Marketing & Business Development per 1. September 2026 waren zum jeweiligen Zeitpunkt bereits kommuniziert worden.
Für die zweite Jahreshälfte verzichtet die Unternehmensleitung auf eine Prognose. Zur Begründung verweist sie im Aktionärsbrief auf ein weiterhin kurzfristig geprägtes Planungs- und Buchungsverhalten der Werbekunden vor dem Hintergrund der geo- und wirtschaftspolitischen Lage. (pd/cbe)

