Der Werbeflächenbetreiber Goldbach Neo hat der Zürcher AL die Buchung von Plakatflächen für den anstehenden Wahlkampf verweigert. Als Begründung nannte die Firma den AL-Vorstoss zur Reduktion kommerzieller Werbung auf öffentlichem Grund, den der Gemeinderat im März mit 58 zu 57 Stimmen angenommen hatte, wie 20 Minuten berichtet.
«Niemand konnte ahnen, dass ein Privatunternehmen es derart plump wagt, Wahlen zu beeinflussen», wird AL-Gemeinderat David Garcia Nuñez im Artikel zitiert. Nicht zuletzt, weil viele der Werbeflächen, die Goldbach Neo verkauft, der Stadt gehören. Die Firma habe offensichtlich Mühe damit, einen demokratischen Entscheid zu akzeptieren, und versuche so, die öffentliche Meinungsbildung zu manipulieren. «Wir werden jetzt den Stadtrat auffordern, Stellung zu beziehen. Ein solcher Zensurversuch muss Konsequenzen haben.»
Goldbach Neo verteidigt den Entscheid. Sprecherin Michelle Sameli bezeichnet es als grotesk, dass die AL ein Medium nutzen wolle, das sie anderen verbieten wolle. Die Motion gefährde Arbeitsplätze und Einnahmen: Die Stadt Zürich erhält durch Konzessionseinnahmen 28 Millionen Franken pro Jahr. Sameli betont, dass politische Werbung auf öffentlichem Grund in Zürich ohnehin verboten sei und nur auf ausgewählten Flächen auf Privatgrund möglich sei. (spo)
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