22.11.2025

Goldbach Neo

Die AL darf keine Plakatflächen buchen

Als Begründung nannte die Firma den AL-Vorstoss zur Reduktion kommerzieller Werbung auf öffentlichem Grund. Nun fordert die AL eine Stellungnahme vom Stadtrat.
Goldbach Neo: Die AL darf keine Plakatflächen buchen
Die AL bekommt von Goldbach Neo keine Werbefläche und hat von der Stadt Zürich eine Stellungnahme verlangt. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Der Werbeflächenbetreiber Goldbach Neo hat der Zürcher AL die Buchung von Plakatflächen für den anstehenden Wahlkampf verweigert. Als Begründung nannte die Firma den AL-Vorstoss zur Reduktion kommerzieller Werbung auf öffentlichem Grund, den der Gemeinderat im März mit 58 zu 57 Stimmen angenommen hatte, wie 20 Minuten berichtet.

«Niemand konnte ahnen, dass ein Privatunternehmen es derart plump wagt, Wahlen zu beeinflussen», wird AL-Gemeinderat David Garcia Nuñez im Artikel zitiert. Nicht zuletzt, weil viele der Werbeflächen, die Goldbach Neo verkauft, der Stadt gehören. Die Firma habe offensichtlich Mühe damit, einen demokratischen Entscheid zu akzeptieren, und versuche so, die öffentliche Meinungsbildung zu manipulieren. «Wir werden jetzt den Stadtrat auffordern, Stellung zu beziehen. Ein solcher Zensurversuch muss Konsequenzen haben.»

Goldbach Neo verteidigt den Entscheid. Sprecherin Michelle Sameli bezeichnet es als grotesk, dass die AL ein Medium nutzen wolle, das sie anderen verbieten wolle. Die Motion gefährde Arbeitsplätze und Einnahmen: Die Stadt Zürich erhält durch Konzessionseinnahmen 28 Millionen Franken pro Jahr. Sameli betont, dass politische Werbung auf öffentlichem Grund in Zürich ohnehin verboten sei und nur auf ausgewählten Flächen auf Privatgrund möglich sei. (spo)


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KOMMENTARE

Hannelore Hoenig
24.11.2025 11:57 Uhr
Top. Guter Entscheid. Endlich hat mal jemand «Hose».
Reto Reber
23.11.2025 11:01 Uhr
Es ist nur konsequent, wenn die Alternative Liste selbst erfährt, wie es ist, ohne Plakatwerbung auszukommen. Und hört doch auf zu behaupten, kommerzielle Werbung sei Manipulation, politische Werbung hingegen Meinungsbildung. Das ist Farm-der-Tiere-Rhetorik: Alle sind gleich – aber manche sind gleicher als andere.
Christian Hänggi
22.11.2025 17:20 Uhr
Goldbach Neo OOH verdient Millionen mit Verträgen mit der Stadt Zürich. Deshalb ist es nur richtig, wenn die AL nach diesem antidemokratischen Versuch, unliebsame Meinungen im öffentlichen Raum zu unterdrücken, fordert, diese Verträge aufzulösen. Eigentlich müssten alle Parteien, die sich zu einer freiheitlichen Demokratie bekennen, Goldbach Neo OOH boykottieren. Ausserdem sollte sich die Stadt Zürich überlegen, die verbleibenden Werbeflächen selber zu bewirtschaften. Dann kann kein privates, profitorientiertes Unternehmen unliebsame Meinungen auf diese Weise unterdrücken, und der ganze Gewinn aus dem öffentlichen Raum fliesst zurück an die Steuerzahlenden, anstatt grossmehrheitlich in die Taschen der Aktionär:innen der Plakatgesellschaften.
Victor Brunner
22.11.2025 09:18 Uhr
Die Forderung der AL kann man gut oder schlecht finden, sie sind Teil von politischen .gesellschaftlichen Prozessen die zu tolerieren sind. Wenn Goldbach diese nicht akzeptiert, zensuriert sollte die Stadt, die VBZ auch prüfen ob sie Goldbach weiterhin Werbeflächen zur Verfügung stellt. Politische Zensur geht nicht!
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