02.11.2026

Eishockey-WM

Fans gaben 186,7 Millionen Franken aus

Das Publikum des Heimturniers hat am meisten Geld für Übernachtungen bezahlt. Das zeigt eine Befragung im Auftrag von Ticketcorner. Eine zweite Studie im Auftrag des Organisationskomitees beziffert die Bruttowertschöpfung auf 146 Millionen Franken.

Bei den 64 Spielen der Eishockey-WM vom 15. bis 31. Mai in Zürich und Freiburg wurden 467’000 Spielbesuche gezählt. Das Center for Research & Methods der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) befragte im Juli und August im Auftrag von Ticketcorner online 2218 Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer. Die Antworten rechnete es auf die 403’834 bezahlten Eintritte hoch. Wie sich die Differenz von rund 63’000 Besuchen zusammensetzt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Laut der Studie beliefen sich die Ausgaben rund um die Spiele auf 186,7 Millionen Franken. Der grösste Posten waren Übernachtungen mit 52,7 Millionen Franken. Auf die Verpflegung entfielen 36,2 Millionen, auf die Reise 31,5 Millionen und auf Fanartikel 20,5 Millionen.

Pro Eintritt kamen Gäste aus dem Ausland im Schnitt auf 730 Franken, Schweizer Gäste auf 403 Franken. Über ein Drittel der Befragten teilte während des Aufenthalts Inhalte auf Social Media. Die HWZ spricht von potenziell 23,9 Millionen erreichbaren Followern. Die Zahl sagt allerdings nichts darüber aus, wie viele Personen die Beiträge tatsächlich gesehen haben.

Ticketcorner gehört je zur Hälfte Ringier und CTS Eventim und war offizieller Ticketing-Partner der WM. Das Unternehmen hat nach Grosskonzerten und dem Eurovision Song Contest 2025 zum dritten Mal die Ausgaben des Publikums erheben lassen. CEO Oliver Niedermann richtet sich in der Mitteilung an die Politik: Die wirtschaftliche Bedeutung von Events müsse ihr «bewusst sein, wenn sie über die Rahmenbedingungen für Grossanlässe entscheidet».

Die gesamtwirtschaftliche Wirkung untersuchte das Beratungsunternehmen EBP im Auftrag des Organisationskomitees. Es errechnet eine direkte und indirekte Bruttowertschöpfung von 146 Millionen Franken, einen ausgelösten Umsatz von 353 Millionen Franken und Steuereinnahmen von 12,3 Millionen Franken. Dazu kommt ein Arbeitsvolumen von rund 1100 Vollzeitäquivalenten. Auf den Kanton Zürich entfielen 66,2 Millionen Franken, auf den Kanton Freiburg 26,6 Millionen. EBP stützt sich auf eine Befragung von 1284 Besuchenden vor Ort sowie auf Angaben der Teams, der Sponsoren und des Organisationskomitees. Die Gästeausgaben sind Teil dieser Berechnung, die Zahlen der beiden Studien lassen sich deshalb nicht addieren.

In der Vergleichsreihe von EBP liegt nur die Fussball-EM 2008 deutlich höher. Die letzte Heim-WM 2009 in Kloten und Bern kam nominal auf 76 Millionen Franken, die Ski-WM 2017 in St. Moritz auf 142 Millionen. Angaben zu den Kosten des Turniers und zu öffentlichen Beiträgen enthält die Mitteilung nicht. (pd/nil)


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