Frau Veiga, Sie gehören selber zur Zielgruppe der Millennials. Waren das neue Magazin und der Podcast Ihre Idee?
Meine Idee war, dass wir gezielt etwas für die Sandwich-Generation zwischen Gen Z und Gen X, respektive den Babyboomern umsetzen. Wir kennen die Leserinnen und Leser der Coopzeitung und wussten, dass wir die etwas Jüngeren noch gezielter und hybrid ansprechen müssen. Dass es am Schluss das heute lancierte «Coopzeitung mag» und der Video-Podcast «coop.chind» werden, habe ich meinem starken Team und ganz besonders Claudia Hottiger, die Redaktionsleiterin des «Coopzeitung mag», und Claudia Hierholzer, die Produzentin von «coop.chind» und Vanessa Mermoud, unserer Art Directorin für beide Formate zu verdanken.
Was erwarten die Leserinnen und Leser von «Coopzeitung mag»?
Wir sprechen über Themen, die Millennials wirklich bewegen: gesellschaftliche Trends, Popkultur, Mental Health, Alltagsdilemmas und mehr. Persönlich, ehrlich und ungeschönt. Von Millennials aus der Redaktion der Coopzeitung verfasst, die genau wissen, wie sich das Leben zwischen Karriereambitionen, Eltern-Chats und dem Wunsch nach einfach mal Durchatmen anfühlt.
Wie journalistisch wird «Coopzeitung mag»? Oder anders gefragt: Wie viel Coop steckt drin?
Es steckt vor allem viel Coopzeitung drin: genau die richtige Mischung eben aus Journalismus, Konsum und Coop-Welt. Aber zielgruppengerecht aufbereitet. Mit grossen Bildern, mutigen Blickwinkeln und längeren Texten, in die man sich so richtig reinlegen will.
Mit der Coopzeitung haben Sie schon die reichweiten- und auflagenstärkste Zeitung der Schweiz. Warum noch ein neues Magazin?
Ich finde es wichtig, am Puls der Zeit und nah bei den Menschen zu bleiben. So ist auch Coop – unsere Läden, unsere Produktinnovationen und die Coopzeitung. Wir zeigen den Millennials mit dem «Coopzeitung mag», dass wir nicht nur bei Mami und Grossmami auf dem Küchentisch einen Platz haben, sondern eben auch als stylisches Magazin bei ihnen in die Wohnung gehören.
Über welche Kanäle vertreiben Sie «Coopzeitung mag»?
Das «Coopzeitung mag» erscheint zweimal im Monat digital als Newsletter. Zusätzlich erscheint es viermal im Jahr als sammelwürdiges Print-Magazin – «ja, es isch so nice». Dieses liegt der Coopzeitung bei und erreicht unsere Abonnentinnen und Abonnenten im Alter zwischen 30 und 45 Jahren. Auch legen wir das «Coopzeitung mag» in Go-To-Cafés, Bars und Kulturhäusern auf.
Wer hat das Magazin konzipiert?
Das «Coopzeitung mag» ist inhaltlich zu 100 Prozent in der Coop-Kommunikation, wozu auch die Redaktion der Coopzeitung gehört, entstanden. In Sachen CI/CD, Design und Layout hat unsere inhouse Art Directorin Vanessa Mermoud mit ihrem Team die kreative Arbeit geleistet und in gewissen Belangen die Valencia Kommunikation beigezogen, was wie immer hervorragend harmoniert hat.
Aber liest die Zielgruppe überhaupt noch Print?
Meine Generation ist die letzte, die noch grossflächig ohne Internet und Handy aufwachsen durfte. Wir hatten eine analoge Kindheit, in der man an der Haustüre läutete, um Freundinnen und Freunde abzuholen, nach Hause kommen musste «wenn die Sonne untergeht» und Lieder aus dem Radio auf Kassettli aufgenommen hat. Entsprechend stehen wir auch hier ein bisschen zwischen zwei Welten. Wir können dem Papi das iPhone erklären, erinnern uns aber auch, wie wir wöchentlich neugierig in der «Bravo» geblättert haben. Das macht uns auch heute noch zu grossen Print-Fans. Und übrigens zu noch grösseren Nostalgikern. Und wenn es doch mal schnell gehen muss, für News oder rasche Unterhaltung, ist das Handy trotzdem jederzeit griffbereit. Darum gibt es das «Coopzeitung mag» in abgewandelter Form auch digital. Die Millennials werden älter und dadurch irgendwann zu klassischen Coopzeitungs-Leserinnen und Leser. Das «Coopzeitung mag» bleibt bewusst immer die jüngere Schwester. So das Konzept in meinem Kopf. Mal schauen, wie es dann kommt …
Noch ein Wort zum Podcast: Was erwartet die Zuhörerenden von «coop.chind»?
«Coop.chind» ist etwas fürs Herz. Alle zwei Wochen tauchen wir mit spannenden Gästen egal ob prominente Persönlichkeiten oder Alltagsheldinnen in Themen tiefer ein – mal laut zum Lachen, mal leise zum Schlucken, manchmal schmerzhaft deep, manchmal einfach nur gut für die Seele. Das Ganze findet man überall dort, wo es Podcasts gibt. Und die besten Momente landen als Snippets direkt in den Social Feeds der Millennials. Das ist unsere Stärke: Geschichten, die das Leben schreibt.
Wieso haben Sie sich gerade für Jennifer Bosshard und Olivia El Sayed als Hosts entschieden?
Versprochen, es hat nichts mit dem Hair-Tutorial von Jennifer zu tun (lacht). Olivia und Jennifer sind beide Millennials, sehr wortgewandt, sympathisch und vor allem haben sie mit ihrem Können beim Casting schlichtweg am meisten überzeugt.
Wie viel Coop steckt im Podcast?
Enorm viel, aber vielleicht erst auf den zweiten Blick – und so muss es bei dieser Zielgruppe auch sein. Wir können ja nicht alle zwei Wochen 40 Minuten übers Einkaufen reden. Was uns selbst überrascht hat: Egal, mit wem man sich unterhält, irgendwann kommt man zwangsläufig auf Themen wie Essen, Kochen und Konsum zu sprechen, einfach, weil es zu unserem Alltag gehört. Und nicht zuletzt stellen wir ja dann auch die Fragen aller Fragen …
… «bisch du es Coop-Chind?»
Ja, genau!
Laden Sie denn auch Migros-Chind ein?
(Lacht.) Wir laden Menschen mit interessanten Lebensgeschichten ein. Das steht im Zentrum.

