06.08.2026

Fifa

Verbandsspitze stellt sich hinter Infantino

Die Fifa-Spitze hat sich nach heftiger Kritik an den Investorenplänen von Gianni Infantino demonstrativ hinter den Präsidenten gestellt. Angriffe auf ihre Integrität werde der Weltverband nicht dulden, teilte die Fifa-Führung mit.
Fifa: Verbandsspitze stellt sich hinter Infantino
Fifa-Präsident Gianni Infantino beim Krisentreffen der Verbandspitze in Marokko. (Bild: Keystone/AP Photo)

Die Führungsspitze des Fussball-Weltverbandes um den schwer in die Kritik geratenen Schweizer Fifa-Chef Gianni Infantino hat nach einer Krisensitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat Einigkeit demonstriert.

Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards hätten Infantino «ihre uneingeschränkte Unterstützung» bekräftigt, «als den einzigen Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde», hiess es in einer Mitteilung.

Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Grafström bekräftigt. Der Schwede hatte zuletzt in einer internen Mail an Fifa-Mitarbeitende eine «traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen» sowie einen «Aufruhr» beklagt. Anlass war der gescheiterte Plan zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren.

Fifa räumt Fehler ein

In der Mitteilung räumte die Fifa Fehler bei den Investorenplänen ein. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem Fifa-Rat und den Mitgliedsverbänden «das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen».

Infantino hatte zuletzt für eine Welle der Empörung gesorgt, als seine Pläne bekannt wurden, Teile der kommerziellen Rechte an Fifa-Wettbewerben wie der WM an private Investoren zu verkaufen.

Der Fifa-Chef lenkte zwar ein und verwarf die Idee. Dennoch formiert sich vor allem in Europa heftiger Widerstand gegen ihn. Die aktuelle Krise könnte das Ende seiner inzwischen zehnjährigen Amtszeit bedeuten.

Mit Blick auf die harsche Kritik teilte der Weltverband mit: «Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Massnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.»

Bericht der Times sorgt für Wirbel

Zuvor hatte ein Bericht der Times für Wirbel gesorgt. Die Zeitung schrieb, Infantino habe Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen. Der Weltverband dementierte dies umgehend.

Laut Times soll das Finale im neuen Hassan-II-Stadion in Casablanca mit 115'000 Plätzen stattfinden. Dies wäre ein grosser Affront gegen Spanien und damit auch gegen Europa, das Infantino nach dem umstrittenen und inzwischen verworfenen Investorendeal in den letzten Tagen harsch attackiert hatte.

Spanien trägt die WM 2030 zusammen mit Portugal und Marokko aus. Die ersten drei Spiele finden zudem in Südamerika statt – in Uruguay, Argentinien und Paraguay.

«Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der Fifa-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fussball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der Fifa zu gegebener Zeit getroffen», teilte der Weltverband auf Anfrage mit. (sda/nil)


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