Herr Jacobs, was bedeutet der Film «Hallo Betty» für Ihre Marke?
Der Film ist für uns ein wahrer Glücksfall. Er macht unsere Geschichte erlebbar – vor allem für jüngere Menschen. Es geht um die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Betty Bossi, aber auch um die Empowerment-Story einer Frau in den 1950ern, die auch heute noch sehr aktuell ist. Parallel lancieren wir eine grosse digitale Markenkampagne, die sich gezielt an die Generationen Y und Z richtet. Das schafft zusätzliche Reichweite – auch für Markenpartner.
Warum ist die jüngere Zielgruppe so wichtig?
«Hallo Betty» erzählt von Themen wie Emanzipation, Gleichstellung oder Selbstverwirklichung – Werte, die gerade junge Zielgruppen stark ansprechen und die Marke für sie relevant machen. Damit öffnet der Film für uns und unsere Werbepartner Türen zu einer digital affinen, kaufkräftigen Generation mit hoher Food- und Lifestyle-Affinität.
Was macht Betty Bossi heute aus Marketingsicht so stark?
Betty Bossi ist die erste Food-Influencerin der Schweiz – mit einer riesigen, vertrauensvollen Community. Diese Glaubwürdigkeit ist bis heute unser stärkstes Asset: Unsere Community vertraut uns, und dieses Vertrauen überträgt sich auch auf Marken, die auf unseren Kanälen präsent sind.
Im Film wird nun bekannt, dass Betty Bossi eine Kunstfigur ist. Könnte das ein Nachteil sein?
Nein. Die Kunstfigur macht die Marke zeitlos, flexibel und extrem storytellingfähig – ein Vorteil für jede Kampagne.
Betty Bossi gehört heute zu Coop. Wie kam es dazu?
Coop suchte um die Jahrtausendwende eine starke Marke für ihre Frisch-Convenience-Produkte. Betty Bossi steht für kulinarische Qualität, geniesst das Vertrauen der Bevölkerung und war darum die ideale Wahl. Doch wo Betty Bossi draufsteht, muss auch Betty Bossi drin sein – dies galt für Betty Bossi als Bedingung. Das war der Anfang einer neuen Abteilung bei Betty Bossi, die heute Foodprodukte für alle Coop-Eigenmarken entwickelt, nicht nur Betty Bossi.
Wie gross ist Ihre Reichweite?
Wir erreichen monatlich Millionen Menschen, mit dem grössten bezahlten Printmagazin, der führenden Rezeptplattform, einer starken Social-Media-Community und einer hochaktiven Newsletter-Abonnentenschaft. Zudem spüren wir die neue Aufmerksamkeit auf all unseren Kanälen.
«Unsere Kombination aus Reichweite, Glaubwürdigkeit und inhaltlicher Nähe ist einmalig»
Warum ist das für Werbekunden attraktiv?
Unsere Kombination aus Reichweite, Glaubwürdigkeit und inhaltlicher Nähe ist einmalig. Wir bieten markenauthentische Umfelder, native Integrationsmöglichkeiten und eine Community, bei der Koch- und Einkaufsentscheidungen unmittelbar stattfinden. Unsere User zeichnen sich durch hohe Kaufkraft, Markenloyalität und starke Präsenz in der Deutsch- und Westschweiz aus – eine ideale Grundlage für wirkungsvolle Kampagnen.
Was kommt nach dem Film?
Gemäss unserer Einschätzung bleibt Betty Bossi dank dem Film noch lange im Gespräch. Doch wir haben vorgesorgt: Betty Bossi wird nächstes Jahr siebzig Jahre alt – also feiern wir ein Jahr lang Geburtstag. Zudem realisieren wir eine einzigartige Live-Kochshow, die wir bei «Das Zelt» an fünf Standorten in der Deutschschweiz aufführen werden. Dieses «Betty-Bossi-Koch- und -Dinner-Spektakel» mit Viergangmenü ist übrigens auch eine einzigartige Gelegenheit für Business-Anlässe und Markenpartnerschaften.
Wie sehen Sie die Bedeutung von Betty Bossi?
Betty Bossi hat bereits in ihren ersten Jahren eine enorme Reichweite und Fangemeinde aufgebaut und so als «Köchin der Nation» das nationale Kochverhalten massgeblich geprägt. Generationen haben mit ihr kochen gelernt, neue Länderküchen entdeckt und mutig neue Lebensmittel ausprobiert. Sie ist damit die erste Influencerin der Schweiz – lange bevor es Social Media gab.
Betty Bossi gehört mittlerweile zum Schweizer Kulturgut. Was macht schlussendlich ihren Erfolg aus?
Betty-Bossi-Erfinderin Emmi Creola-Maag wollte eine Figur schaffen, die die wahren Probleme in Küche und Haushalt versteht und einfache, gelingsichere und genussreiche Lösungen erfindet, die im Alltag funktionieren. Diese Vision gilt bis heute.
Sebastian Jacobs hat im November beim Kulinarik-Unternehmen Betty Bossi als neuer Verlagsleiter gestartet. Er verantwortet die Print- und Digital-Abonnemente sowie den Werbemarkt der Betty-Bossi-Medien (persoenlich.com berichtete).
Das Interview mit Sebastian Jacobs ist zuerst in der aktuellen persönlich-Printausgabe vom Dezember erschienen.
Manfred Klemann ist Unternehmer. Er ist an C-Films beteiligt. Zudem ist er Miteigentümer des persönlich-Verlags.

